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Oper

Offene Räume entstehen, wenn das Festgefügte unvermutet Risse zeigt – und hiermit ist nicht unsere Theaterdecke gemeint, sondern jene alltäglichen Selbstverständlichkeiten, die uns in grosser Sicherheit durch das Leben bringen und mit einem Mal ins Wanken geraten. Wenn sich Brüche zeigen, ist das nicht immer einfach, doch ergeben sich unerwartete Durchblicke und Einsichten.

Offene Räume, das sind Spielräume, die es braucht für unvertraute Gedanken und unerhörte Ideen. In der Musik ist der offene Raum die Zäsur, die Pause, die Stille, und damit der Moment, in dem sich die ganze Pracht des Klangs erst entfalten kann. Ohr, Herz, Geist und Seele zu öffnen, zu weiten ist auch in der kommenden Spielzeit das erklärte Ziel der Opernsparte. Ganz wortwörtlich geht es Anfang der Spielzeit hinaus in den Stadt-Raum, um hier mit Sängern des LT und Chören der Stadt mit Beethovens Neunter musikalische Götterfunken zu schlagen. Puppentheater und Oper – wo geht das zusammen? Beim Kindermusiktheater «Schellen-Ursli»! Hier arbeiten Oper und die Figurentheatersparte «Gustavs Schwestern» zudem eng mit dem Institut für Jazz und Volksmusik der Hochschule Luzern – Musik zusammen.

Der Blick schweift sodann mit Leoš Janáčeks klugem und poetischem «Das schlaue Füchslein» und Jules Massenets selten zu erlebender Märchenoper «Cendrillon/Aschenputtel» über den Tellerrand hinaus nach Ost und West, um mit «Così fan tutte» wieder an vertrauten OpernGestaden auf der Bühne anzulangen. Zeitgleich nimmt sich nebenan im «Box-Labor» die nächste Generation von Opernschaffenden ihren Raum und tüftelt schon am Musiktheater der Zukunft. Zum Ende der Spielzeit verlassen wir das Haus an der Reuss noch einmal und ziehen hinüber ins Rote Haus im Hinterhof der EWL– der richtige Ort für Georges Bizets leidenschaftliche Tragödie der Fabrikarbeiterin Carmen in einer Bearbeitung des Theatergrossmeisters Peter Brook. Hinaustreten aus dem Angestammten, die Fugen und Ritzen in Kopf und Herz durchlüften lassen, um gestärkt und inspiriert zurückzukehren ins Zentrum am Theaterplatz: wir freuen uns, wenn wir Sie auf diesen Weg mitnehmen dürfen.

Ihre Johanna Wall