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Schauspiel

Luzern ist weltoffen und international. Das gilt auch für das Programm im Schauspiel. Seit 2018/19 leitet Sandra Küpper das Schauspiel am LT und arbeitet gemeinsam mit einer Gruppe von Künstlern an einem Programm, das sich mit der Stadt und ihren Bewohnern verbindet und gleichzeitig für einen interkulturellen Austausch steht. Die (Theater-)Sprachen sind dabei so vielfältig wie die Heimaten der Regisseure, die aus der Schweiz, Österreich, Deutschland, Griechenland, Estland, Ungarn, Italien, Belgien oder Argentinien kommen. Sie alle bringen ihre individuellen Theatererfahrungen mit nach Luzern, um gemeinsam an einem zeitgenössischen Theater zu arbeiten, das mit seinen unterschiedlichen Themen und Formen die Diversität jener Welt abbildet, in der wir alle leben. Diese Künstler bespielen nicht nur die grosse Bühne und die Box am LT, sondern gehen immer wieder auch raus in die Stadt und suchen dort nach neuen Orten und Begegnungen (mit ihrem Theater): Mal sind dies Privatwohnungen, mal die Viscosihallen, die «MS Saphir», das Touristenschiff auf dem Vierwaldstättersee, der Theaterplatz oder wie zuletzt der Gütschwald.

Die ersten Gastspieleinladungen haben stattgefunden und Franz von Strolchen war im letzten Sommer mit seiner Version von «Biedermann und die Brandstifter» Stadtgespräch während des «Hin und Weg»-Festivals im österreichischen Litschau. 

Das Schauspielprogramm sucht genau nach diesem Austausch, lokal wie international und setzt dabei immer wieder auf lokale Themen und internationale Phänomene im Wechsel. Und selbst das Produzieren im Schauspiel findet im grösseren Zusammenhang statt: Denn mit neuen Künstlern kommen auch neue Koproduktionen ans Haus und damit entstehen Verbindungen in alle Welt. So sind in der ersten Spielzeit unter dem Stichwort «Luzern – Europa – Luzern» einige Produktionen im Austausch mit anderen Ländern entstanden: Der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó hat mit einem schweizerisch-ungarischen Team «Traumland» zur Eröffnung mitgebracht; die Belgierin Miet Warlop ein Kinderstück mit vielen anderen Städten in Europa koproduziert, das estnische Regie-Duo Ene-Liis Semper und Tiit Ojasoo hat mit einem internationalen Cast sowie mit Möbeln aus Tallinn und Luzern «Schuld» und «Sühne» auf die Bühnen gebracht; das griechische Regie-Duo Angeliki Papoulia und Christos Passalis hat mit griechischen Tänzern und Performern und dem Schauspielensemble des LT den antiken Klassiker «Alkestis!» in zwei Sprachen inszeniert, während Franz von Strolchen sich gemeinsam mit dem Nationaltheater in Skopje und einem ungarisch-mazedonisch-schweizerischen Cast in der «Box» des LT mit Stereotypen und Vorurteilen beschäftigt hat. 

Diese Art von Kooperation, sprich Komplizenschaft, beschreibt das Grundverständnis des Schauspielteams und seine Vision einer Zusammenarbeit am Stadttheater von heute. Verständigung und Austausch sind die Grundpfeiler dieses Ansatzes, dementsprechend ist auch Vergemeinschaftung das Thema der Spielzeit 19/20, was vor allem als Einladung an die Stadt Luzern, ihre Künstler und Bewohner gerichtet ist, mit dem LT in den unterschiedlichsten Weisen zu kooperieren und lokal-global zu denken – eben aus der Idee einer weltoffenen diversen Gesellschaft heraus.