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Viktor Bodó

Regisseur

Viktor Bodó, geboren 1978 in Budapest, ist ein ungarischer Regisseur, dessen unverwechselbaren absurd-komischen, bildhaften, kafkaesken Inszenierungen regelmäßig an ungarischen und deutschsprachigen Theatern zu sehen sind. Seine spielerische, ensembleorientierte Theaterauffassung stammt von seinen Jugendtheaterexperimenten, die er als prägende Erfahrungen für seine späteren professionellen Arbeiten bezeichnet und die schon in seinen Schuljahren Aufmerksamkeit erregten. Erst studierte er Schauspiel dann Regie in Budapest, und war währenddessen Schauspieler des europaweit bekannten Theaterkollektivs Krétakör. Sein Durchbruch als Regisseur kam 2005 mit einer Adaption von Franz Kafkas «Prozess», die weltweit zu Festivals und Gastspielen eingeladen wurde und die die Kennzeichen von Viktor Bodós Regiestil schon in sich trugen: ein rauschender und chaotischer Bühnenkosmos, jenseits der Realität verhaftet, mit kraftvollen Bildern und überzeichneten Situationen, die ein groteskes Panorama der Welt erschaffen. Laut Bodó «liegt neben jeder Tragödie in unmittelbaren Nähe die Komödie» und dementsprechend setzt er sich in seinen Inszenierungen häufig mit den Meistern der absurd-grotesken Weltliteratur wie Franz Kafka, Nikolai Gogol, E. T. A. Hoffmann oder Alfred Jarry auseinander. 

Seit 2006 inszeniert er regelmäßig im deutschsprachigen Raum, u.a. am Deutschen Theater Berlin, Schauspielhaus Graz, Schauspiel Köln, Theater Basel, Deutsches Theater Hamburg, Schauspielhaus Zürich und am Volkstheater Wien. Schon seine ersten Arbeiten im Ausland brachten ihm internationale Anerkennung: seine Inszenierung „Alice im Wunderland“ (Schauspielhaus Graz) wurde zu den Salzburger Festpielen sowie zu Radikal Jung 2008 eingeladen. Die Grazer Inszenierung von Peter Handkes «Die Stunde da wir nichts voneinander wussten» wurde zum Berliner Theatertreffen 2010 eingeladen sowie in Moskau mit der Goldenen Maske in der Kategorie «beste ausländische Aufführung» ausgezeichnet.

Parallel zu den Erfolgen im deutschsprachigem Raum gründete Bodó 2008 seine eigene Theatergruppe Szputnyik Shipping Company in Budapest, mit der er auch internationale Koproduktionen erarbeitet hat. Die Theatergruppe musste er nach sieben Jahren aufgrund der fehlenden Fördermittel in der ungarischen freien Szene auflösen.

Seine Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet: Viktor Bodó erhielt 2008 den österreichischen Nestroy-Theaterpreis für die Beste Ausstattung und war zudem 2009 und 2011 in der Kategorie «Beste Regie» nominiert. 2014 war er mit seiner Inszenierung «König Ubu» für den Faust-Preis in der Kategorie «Beste Regie» nominiert, am Theater Heidelberg 2016 erhielt er den Preis «Europe Prize Theatrical Realities» der Union des Théatres de l’Europe. 2018 wurde er mit dem Preis des Internationalen Theaterinstituts ausgezeichnet.

Als Eröffnung der Spielzeit 2018/2019 inszeniert Viktor Bodó am Luzerner Theater sein Operndebüt «Im Amt für Todesangelegenheiten», eine Slapstick-Oper, komponiert von seinem langjährigen Gefährten, Klaus von Heydenaber.

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Viktor Bodó, Luzerner Theater