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September 2018
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Spielzeit 18/19

Theater für ein neugieriges Publikum

Die Künstlerische Leitung des LT im Gespräch mit Gabriela Kaegi für die Spielzeit 18/19

Kaffee, Bretzen und das neue Saisonprogramm, noch als Stapel Fotokopien, liegen auf dem Tisch. Drumherum das neue Leitungsteam des Luzerner Theaters, das zum ersten Mal in dieser neuen Besetzung zusammensitzt: der Intendant Benedikt von Peter, Musikdirektor Clemens Heil und die Künstlerische Leiterin Tanz Kathleen McNurney, die beide ihre Verträge eben verlängert haben. Dazu, vom Thalia Theater Hamburg angereist, die neue Künstlerische Leiterin des Schauspiels und stellvertretende Intendantin Sandra Küpper und – von der Komischen Oper Berlin – die neue Operndirektorin Johanna Wall.

Gabriela Kaegi: Sandra Küpper, warum haben Sie das renommierte Thalia Theater in Hamburg verlassen – für das renommierte Luzerner Theater?

Sandra Küpper: Ich habe bei sehr unterschiedlichen Gelegenheiten immer wieder vom Luzerner Theater gehört, auf Festivals, von Kollegen, in anderen Häusern. Und als ich das erste Mal hier war, war ich beeindruckt von der Offenheit und von der Einfachheit des Hauses, schon allein wie sich das Gebäude dem Platz und der Kirche hin zuwendet. Da gibt es keine Hemmschwelle, die es zu überwinden gilt. Dieses Haus macht eine Geste und bittet die Leute herein und am Geschehen teilzunehmen. Und mit der «Box», die gegenüber steht, gibt es einen besonderen Ort für Kommunikation mit dem Publikum, das ist selten und reizt mich sehr.

« Die Projekte, die wir hier gemacht haben, sind so auf Luzern zugeschnitten, dass sie andernorts gar nicht denkbar wären. » Clemens Heil

GK: Und Sie, Johanna Wall, was fanden Sie denn so spannend, dass Sie die Komische Oper gegen das Luzerner Theater ausgetauscht haben?

Johanna Wall: So etwas wie «Le Grand Macabre», den ich hier gesehen habe, fand ich in diesem doch recht kompakten Theater wunderbar – dieses Haus ist für mich wie eine schillernde Spieldose. Die Produktionen bekommen durch ihre räumliche Nähe und Intimität eine grosse Qualität. Dass ein Herbert Fritsch, einer der gefragtesten Regisseure unserer Zeit, hier arbeitet, ist durchaus ein Indiz für die Qualität, in der hier Theater gedacht und gemacht wird.

GK: Werfen wir einen kurzen Blick zurück auf die letzte Saison. Die zweite, sagt man, ist schwieriger als die erste. Stimmt das für Luzern auch?

Benedikt von Peter: Die erste war sensationell gut. Wir hatten gute Zahlen, eine gute Auslastung, viel Glück mit dem Publikum und seinen Reaktionen auf unser Programm. Für mich war klar, dass die zweite nicht so werden könnte, was für mich kein Problem ist. Unser Rezept lautet nach wie vor: Wir machen Dinge, die wir lieben. Und das, was wir tun, das meinen wir auch. Und wir meinen es mit dem Herzen. Und das gilt auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die hier sind. Sie wollen hier arbeiten, sie interessieren sich für dieses Vierspartenhaus, hier in der Schweiz. Luzern ist für sie nicht einfach eine Durchgangsstation. Das kommt auch beim Publikum an. Um zurück zur Frage zu kommen: Auch unsere zweite Saison läuft bisher wirklich gut.

« Wir sind nicht kompliziert, wir sind konkret, superdirekt und jetzig. » Benedikt von Peter

GK: «Neue Räume» lautete das Thema der ersten Saison, «Theaterplatz» stand über der zweiten und «Neue Formen» über der dritten. Wer hat sich das ausgedacht? (Kurze gemeinsame Unterhaltung, dann):

SK: Das ist tatsächlich das erste Gemeinschaftswerk.

JW: Richtig, das ist zusammen entstanden.

Kathleen McNurney: Stimmt!

SK: Es ist die Beschreibung dessen, was die Künstlerinnen und Künstler gemeinsam mit uns für Luzern gefunden haben. Kein Motto, das jemand erfüllen musste. «Neue Formen» war der zusammenfassende Begriff für das, was bereits auf dem Tisch lag.

KM: Wir kreieren für unsere Uraufführungen fast immer neue Formen. Bis heute sind es über vierzig!

BVP: In der neuen Saison geht es um diese neuen, besonderen Formen: spezielle Lesarten, eigenwillige Handschriften und mutige Positionen. Wir haben die letzten zwei Spielzeiten gemerkt, dass beim Luzerner Publikum gerade die herausfordernden und einmaligen Sachen funktionieren. Diesen Weg verfolgen wir weiter. Die Luzernerinnen und Luzerner sind neugierig! Das ermutigt uns.

SK: Im neuen Schauspiel-Spielplan gibt es viele «Neue Formen»: Wir nennen sie «Festival in 5 Gängen», «ein gesellschaftliches Poem», «temporäre Besetzung», «Gangsterperformance» oder «Recherche zur Sicherheit». Es sind die unterschiedlichsten künstlerischen Ausdrucksformen, manchmal auf zwei Bühnen gleichzeitig, oder auch Theater in privaten Wohnungen wie bei «Biedermann und die Brandstifter». Ausserdem gibt es ein tolles wildes Kinderstück, das man so vielleicht noch nicht gesehen hat. Es sind sowohl extrem lokal angebundene Theaterarbeiten wie aber auch grosse internationale Produktionen, die auch ein internationales Ensemble auf der Bühne zeigen und sich mit Phänomenen unserer Zeit beschäftigen und dazu Haltung beziehen. Mit all diesen Formen möchten wir die unterschiedlichsten Menschen ansprechen, wobei ich aber auch glaube, dass viele dieser Produktionen allen gefallen könnten.

KM: Der Tanz kennt im nächsten Jahr keine Altersgrenzen. Und genau aus diesem Grund setzen wir für einmal ein Bilderbuch in Tanz um: «Paddington Bär», ein getanztes Abenteuer für alle ab sechs – so nennen ;wir es. Der Bär, der eine neue Familie sucht, das ist ein Kultbuch aus den 50er Jahren, das auch heute noch Gross und Klein gefällt. Es gibt Filme, Fernsehserien, Theaterstücke, es gibt Paddington-Marmelade, Paddington-Briefmarken – aber ein Tanzstück gab es bis anhin noch nicht.

GK: Und was trägt die Musik dazu bei?

Clemens Heil: Wir suchen in Luzern im Musiktheater durch spezielle Raumlösungen auch nach neuen Formen des klanglichen Erlebens der Werke. Im engeren Sinn ist meine «Form» natürlich die Partitur der Stücke und deren klangliche Verwirklichung mit Orchester und Sängerinnen und Sängern. In der Substanz dessen, was man tut, ist das gar nicht so neu, sondern ein ganz – wie sagst du immer, Benedikt – ein ganz manufaktureller Vorgang, der sich über die Zeiten überhaupt nicht geändert hat. Für mich zählt, mit den Menschen um mich herum, an diesem Ort, heute, das Stück zum Leuchten zu bringen. Und das ist immer auch ein ethischer Prozess.

« Ich finde jene Regiehandschriften wichtig, die sich mit der Gegenwart auseinandersetzen und mit der Welt, in der wir leben. » Sandra Küpper

SK: «Neue Formen» heisst weitergedacht natürlich auch, Produktionsweisen im Stadttheater anzupassen an künstlerische Arbeitsweisen, im besten Fall ein Künstlerhaus zu sein, ein Haus, in dem die Kreativität an höchster Stelle steht und es Raum für Innovatives gibt. Natürlich immer angebunden an den Ort, an dem wir produzieren.

GK: Es fällt auf, dass der Spielplan in sogenannte Festivalblöcke gegliedert ist. Im Festival steckt das Wort «Fest» und es betont das Aussergewöhnliche, das Besondere.

SK: Dieser Festivalgedanke ist uns in allen Sparten wichtig, und er unterstreicht, dass es temporär Dinge gibt, die wertvoll sind, weil sie nur in einer bestimmten Kombination und zu einem bestimmten Zeitpunkt entstehen und zu haben sind. Wie zum Beispiel unsere «Open Kitchen» in der «Box», die von verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern bespielt wird, die aber auch ein Raum ist, den jeder betreten kann, wo jeder mitwirken kann.

« Ich habe in den 15 Jahren meiner Theaterarbeit noch nie so wenig Zweifel daran gehabt, dass diese Kunstform Zukunft hat. » Johanna Wall

JW: Der Festivalgedanke betont das Augenblickliche: Jetzt kann man das haben, dann ist es vorbei. Und mitunter muss der Zuschauer sich beeilen, dass er noch Tickets kriegt. (lacht)

GK: Gucken wir doch aus der Vogelperspektive auf diesen reichen und raffiniert gebauten Spielplan. Wo steckt besonders viel Herzblut drin? Wo erhoffen Sie sich etwas? Oder einfach auch: worauf freuen Sie sich besonders, Clemens Heil?

CH: Herzblut steckt in «Don Giovanni», weil ich ihn zum ersten Mal dirigiere. Und aus meiner Affinität zum französischen Repertoire heraus freue ich mich auf Gounods «Roméo et Juliette» und natürlich auch auf die Zusammenarbeit bei Mahlers «Kindertotenlieder» mit dem Soundkünstler Matthew Herbert.

BVP: Für mich, der ich ja auch Produzent bin, ist dieser Gounod ein ganz besonderes Projekt. Denn wir haben die Sopranistin Regula Mühlemann dafür gewinnen können: Sie singt hier bei uns ihre erste Juliette in der Stadt, in der sie lebt, in der sie aufgewachsen ist und studiert hat – und auf der Bühne, auf der sie ihr erstes Profi-Engagement hatte. Das ist doch das, was man will: Kunst auf höchstem Niveau mit einer einzigartigen regionalen Anbindung. Ein Glücksfall. Herausragend ist sicherlich auch das grosse Jubiläum der Tanzsparte …

KM: Die Jubiläumsgala im Mai ist natürlich mein ganz persönliches Highlight: 10 Jahre ;«Tanz Luzerner Theater»! Wir zeigen Ausschnitte aus den beliebtesten Produktionen der letzten 10 Jahre, gemischt mit Filmclips aus dem Archiv. Ein weiterer Höhepunkt für mich ist «Orfeo ed Euridice» von Gluck: zum ersten Mal eine Oper als abendfüllendes und spartenübergreifendes Projekt. Zum Tanzensemble kommen das Luzerner Sinfonieorchester hinzu sowie Chor und Solistinnen und Solisten aus der Oper. Das wird grosses, sinnliches Theater der Extraklasse.

SK: Mein Highlight im Schauspiel ist der gesamte Spielplan, denn es ist eine Komposition aus den unterschiedlichsten Regisseurinnen und Regisseuren aus der Schweiz und aus dem restlichen Europa. Viele Menschen, mit denen ich schon lange zusammenarbeite, die auch hier in Luzern immer wieder anwesend sein werden. Das finde ich wichtig: Man holt nicht nur einmal jemanden her für eine Produktion. Viel schöner ist es, wenn sich die Künstlerinnen und Künstler mit dem Ort verbinden, mit den Menschen, die an einem Haus arbeiten, mit den Menschen und Themen einer Stadt. Wenn sie Theater machen für Luzern.

« Man sagt, Tanz sei die älteste Kommunikationsform der Menschen – obwohl ohne Worte. Ich glaube 100 Prozent daran, dass wir noch viel zu erzählen haben. » Kathleen McNurney

JW: Ich freue mich besonders auf «Zappa auf dem Sonnenberg». Da arbeiten wir, die Opernsparte des Theaters, zusammen mit der Schweizer Kultband Faber, dem B-Sides Festival und mit der Hochschule Kunst und Design sowie Musik. Es geht um Frank Zappa, der sicherlich von diesen ganzen Rock-Ikonen des 20. Jahrhunderts derjenige war, der am stärksten diese Verbindung zwischen unterschiedlichsten musikalischen Richtungen gelebt hat. Und je mehr wir uns mit dem Projekt beschäftigen, desto mehr freuen wir uns darüber, dass dieses Projekt dort oben auf dem Sonnenberg zusammen mit dem B-Sides Festival angesiedelt ist.

BVP: Mein persönliches Highlight ist, dass wir wieder die Möglichkeit haben, mit verschiedenen Kulturpartnern vor Ort zusammenzuarbeiten: wie bisher mit dem Lucerne Festival, den Hochschulen für Design & Kunst und Musik und dem t. Zentralschweiz und vielen anderen mehr. Erstmals kooperieren wir mit dem B-Sides Festival, dem 21st Century Orchestra, dem Stattkino und dem Winkel. Darüber freue ich mich sehr; so etwas wird nur in wenigen Städten Wirklichkeit, ist hier aber möglich: auf dem Kulturplatz Luzern. Auch diese Zusammenarbeiten schaffen vor allem eins: «Neue Formen» für das Theater.

Leitungsteam Luzerner Theater: Sandra Küpper, Johanna Wall, Clemens Heil, Benedikt von Peter, Kathleen McNurney

A theater for a curious audience (english version)

Coffee, pretzels and the new season's program, still just as a pile of copies, lie on the table. They are surrounded by the new leading team of Luzerner Theater, which has congregated, for the first time in the flesh, in this formation, all together. Artistic director Benedikt von Peter, musical director Clemens Heil and the head of Tanz Luzerner Theater Kathleen McNurney (the two just recently renewed their contracts). Joining from Thalia Theater Hamburg is the new artistic director of Schauspiel and deputy artistic director of the theater Sandra Küpper, and,  – from Komische Oper Berlin – the new opera director Johanna Wall.

Gabriela Kaegi: Sandra Küpper, why did you leave the renown Thalia Theater in Hamburg – for the renown Luzerner Theater?

Sandra Küpper: I had heard of Luzerner Theater on various occasions, at festivals and from colleagues from different theatres. When I actually came here for the first time, I was impressed by the openness, and the simplicity of the building, even how it turns to the square and the church… No border, no boundary to cross. This house is pure gesture asking people to come in and participate. And the «Box», right across Theaterplatz, makes for a splendid space to communicate with the audience, that`s a rare gift and I find that truly appealing.

«The projects we realized here were tailored specifically for Lucerne. You couldn't even imagine them somewhere else.» Clemens Heil

GK: Johanna Wall, what did you find so enticing that you'd trade Komische Oper for Luzerner Theater?

Johanna Wall: Things like «Le Grand Macabre», which I saw here! I thought it was wonderful, especially in this rather small, concise theater… This house reminds me of a shiny music box. There is a specific quality of the productions deriving from this wonderful physical proximity and intimacy. And the sole fact that one of the most sought after directors of our time, Herbert Fritsch, would work here, is a clear indicator for the quality in which theatre is thought and made here.  

GK: Looking back onto last season: The second season is commonly said to be harder than the first… Is that true for Lucerne, as well?

Benedikt von Peter: Our first season went sensationally well. We had great numbers, a great occupancy, we were really lucky with our audience and their response to our program. For me, it was quite clear that the second season couldn`t turn out quite the same, and that’s no problem. Our recipe remains the same: We do what we love. And we mean what we do. Wholeheartedly. This is also true for our staff. Everybody wants to work here, they are interested and invested in this four-department –theater, right here in Switzerland. Lucerne is not just a stepping stone to them – and this becomes tangible for our audience. But to get back to the initial question: Our second season is going quite well, too.   

«We are not complicated, we`re concrete, super straight, and present» Benedikt von Peter

GK: «New Spaces» was the motto of the first season, «Theaterplatz» of the second, and, now «New Forms». Who came up with that?

(Short collective chatter, then):

SK: It was actually our first collective creation.

JW: That’s right, we really came up with it together.

Kathleen McNurney: True!

SK: It's the description of what we had developed, with the artists, collectively, and for Lucerne. It's not a motto anyone has to fulfil. «New Forms» was the synoptic term for what was already on the table. 

KM: In dance we usually create new forms for our new creations. For us in TLT that`s over forty so far!

BVP: This new season is about these new, extraordinary forms: Specific interpretations, unique styles, and brave positions. Over the last two seasons, we have learned that audience from Lucerne responds well to challenging and unique productions. We will continue on this path. People of Lucerne are curious, that’s reassuring.

SK: The program of the «Schauspiel» offers a lot of new forms. We call them «Festival in 5 Courses», «a Social Poem», «Temporary Squatting», «Gangsterperformance» or «Research on Safety ». There are various artistic forms of expression, sometimes on two stages at once, and theatre performances in private spaces, like «Biedermann und die Brandstifter». And there is this great wild children`s play, like you probably have not seen before. We have both productions that are extremely connected, locally, but also big international productions, which bring an international ensemble on the stage and deal with phenomena of our time, taking a firm stance on it. These various forms are meant to target the most different audiences and appeal to different people, but, I am convinced, many of these productions are very likeable for everyone.

KM: Next season`s dance program knows no age limits. For that reason we are adapting a children`s book for dance: «Paddington Bär», a dance adventure for everyone age six and older, that’s what we call it. A bear looking for a new family, a classic book from the 50ies that’s still loved by old and young. There are films, TV-series, plays, there`s Paddington-jam, Paddington-stamps – but there has not been a dance piece yet.   

GK: What does the music bring to the mix?

Clemens Heil: We, the musical department, are looking for new forms of acoustic experience with the help of specific spatial solutions. My “form”, in the strict sense, is of course the musical score of the pieces, and its musical realization with the orchestra and the singers. The substance of all we do is not really new, but – how do you like to call it, Benedikt? – a very manufactural process that remained unchanged for a long, long time. For me, it`s all about making people around me shine, right here, today. That is always an ethical process, as well.

 «I consider artistic signatures most important that deal with our present, with the world we live in.»
Sandra Küpper

SK: «New Forms» consequently means adapting the modes of production at the municipal theater to artistic working methods, in order to become an artist`s space, ideally, a house, where creativity has the highest priority and space for innovation is made. Of course, always in connection with the place we produce for. 

GK: It should be noted, that the program is divided into so called festival blocks. The word `festival` is connected to festivity, and it underlines the exceptional, the special.

SK: The idea of the festival is vital, it stresses that there are temporary things that are valuable, because they can only originate from a certain constellation and can only be had for a certain time. Like our «Open Kitchen» in the «Box», which will be programmed by different artists, but which is also a space anyone can enter, where anyone can participate.

«Never in the 15 years of my working in theater have I been this convinced that this art form has a bright future.» Johanna Wall

JW: The idea of the festival emphasizes the momentary. Now you can have it, then it is gone. Sometimes, the spectator has to be fast, if he or she wants to get tickets! (laughs)

GK: Let`s take a birds-eye-view onto this rich and sophisticated program. Where does your heart and soul lie? What are your greatest expectations? Or, simpler: What to you look forward to the most, Clemens Heil?

CH: My heart is definitely in «Don Giovanni», because it is the first time that I will be conducting this piece. And, since I am a Francophile and drawn to the French repertory, I really look forward to Gounod`s «Roméo et Juliette» - and of course working with the sound artist Matthew Herbert for Mahler`s «Kindertotenlieder».

BVP: For me, who is also the producer, Gounod is a very special project – because we landed the soprano Regula Mühlemann: She will be singing her first Juliette, in her hometown, where she was born and raised, and studied – and on the stage where she had her first professional engagement. What`s more to want? High-level art, with a singular, regional connection. A godsend. Another very special event is surely the big anniversary in our dance department…

KM: That`s of course my personal highlight: the anniversary gala in May. 10 years of «Tanz Luzerner Theater»! We will show excerpts of the most popular productions of the last 10 years, mixed with visual footage from the archive. Another highlight for me is «Orfeo ed Euridice» by Gluck: For the first time, an opera, as a full-length interdisciplinary project, with the dance ensemble, joined by Lucerne Symphonic Orchestra and choir and soloists. This will be great, sensual, top-class theater.  

SK: My highlight is the entire program, because it is a composition of various directors from Switzerland and the rest of Europe. I have been working with many of them for a long time now, and they will be present repeatedly in Lucerne. I consider this important: You don`t just get people for one production. It`s much more beautiful when artists connect to the place, with the people that work there, with the people and topics of a city. When they make theater for Lucerne.

«People say, dance is the oldest form of communication – even without words. I believe a hundred percent that we still have a lot to say.» Kathleen McNurney

JW: I really look forward to «Zappa auf dem Sonnenberg». We, that is the opera department, will work with the Swiss band Faber, the B-Sides Festival and “Hochschule Kunst und Design“ and „Hochschule Musik“. The piece is about Frank Zappa, who was surely the rock icon of the 20ieth century who embodied the connection between different musical approaches in the truest, deepest sense. The more we deal with this project, the more we are happy to have it up on Sonnenberg, and so closely aligned with the B-Sides Festival.

BVP: My personal highlight is to have the opportunity to work with different cultural partners from around here again. Lucerne Festival, the University (HSLU Design & Kunst and Musik) t.Zentralschweiz and many more. We are cooperating for the first time with the B-Sides Festival, the 21st Century Orchestra, Stattkino and Winkel. I`m really thrilled about this. There are few places where this can become reality; But it is possible here, in this cultural hub that is Lucerne. And, most of all: All these cooperation help create «New Forms» for the theatre.