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April 2019
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Schauspiel

Schuld und Sühne – die doppelte Dosis Dostojewski

1) Das Konzept: Ein Roman, zwei Inszenierungen

Das estnische Regieduo, Tiit-Ojasoo und Ene-Liis  Semper haben unser Spielzeitmotto «Neue Formen» ernst genommen, und einen besonderen Zugang gefunden um Dostojewskis Werk «Schuld und Sühne» auf die Bühne zu bringen, bzw. es gleich auf zwei Bühnen zu bringen. Sie inszenieren zwei zusammenhängende - aber auch für sich selbst stehende - Theaterabende zum Roman.

Schuld, Luzerner Theater

(Lukas Darnstädt als Raskolnikow, Wiebke Kayser als Aljona Iwanowna, Die Pfandleiherin bei Schuld)

«Schuld» auf der Bühne ist ein echtes Großformat: Grosses Ensembletheater, bis zum letzten Detail, ein hyperrealistisches und spektakuläres Bühnenbild und ein besonderes Videokonzept.

 Sühne, Luzerner Theater

(Annamaria Lang als Katerina Iwanowna bei Sühne)

«Sühne» in der Box ist eine intime Theaterform, eine Inszenierung die sehr nah an den Zuschauern ist. Annamária Láng, eine der besten ungarischen Schauspielerinnen, spielt die Hauptrolle der Katerina Iwanowna, die zum Totenmahl ihres verstorbenen Mannes einlädt.

2) Das Regieduo

Die estnischen Regisseure Tiit-Ojasoo und Ene-Liis Semper sind wichtige Theaterkünstler der Gegenwart, regelmässige Gäste der grössten Theaterfestivals Europas und wurden 2018 mit dem Europäischen Theaterpreis ausgezeichnet. Sie arbeiten zum ersten Mal in der Schweiz am Luzerner Theater.

Ene-Liis Semper und Tiit Ojasoo

(Das estnische Regieduo, Tiit Ojasoo und Ene-Liis Semper)

3) Der grösste Kriminalroman aller Zeiten

So bezeichnete Thomas Mann «Schuld und Sühne» und obwohl er die in den letzten Jahren erschienen Kriminalromane nicht lesen konnte, mag die Behauptung immer noch richtig sein. Man weiss von Anfang an, wer der Mörder ist, spannend wird die Geschichte dadurch, wie Raskolnikow damit umgeht, und welche Strategien Porfirij Petrowitsch in der Ermittlung verwendet.

Schuld, Luzerner Theater

(André Willmund als Porfirij Petrowitsch, ermittelnder Staatsanwalt)

4) Das ganze Schauspielensemble des LT

Das ganze Schauspielensemble spielt bei Schuld auf der Bühne mit, was an sich schon eine Besonderheit wäre. Was den Abend aber noch spezieller macht, ist die auf den Proben entwickelte Spielweise, die mal körperlich überspitzt ist, mal absurd-grotesk, mal realistisch, je nachdem wie Raskolnikow die Welt um sich herum wahrnimmt.

Schuld, Luzerner Theater

(Lukas Darnstädt, Wiebke Kayser, Mira Rojzmann, Yves Wüthrich, Jakob Leo Stark und André Willmund)

5) Das Bühnenbild

Ein hyperrealistischer Raum, der aber auch ganz weit entfernt von der Realität schweben kann. Eine Wohnung, in der Raskolnikow den Mord begangen hat, und aus dem er nie wegkommt.

Schuld, Luzerner Theater

6) Videoprojektion

Mit dem Videokonzept werden sonst unsichtbare Details der Bühnenwelt sichtbar, sei es ein kleiner Käfer in der Küche, Raskolnikows Fieberträume oder expressive Nahaufnahmen der Darsteller.

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Infos zu den Vorstellungen

Die beiden Produktionen können sowohl unabhängig voneinander als auch als Gesamtkunstwerk betrachtet werden und sind nach der Premiere noch siebenmal in der Box und auf der Bühne am gleichen Tag nacheinander zu sehen.
Beide Vorstellungen hintereinander dauern 4 Stunden 30 Minuten inklusive zwei Pausen. Bei Vorlage der Eintrittstickets von «Schuld» und «Sühne» erhalten Sie zwischen den Stücken eine warme  Suppe an der Theaterbar.
Und: wer beide Produktionen nacheinander besucht, bezahlt für die Vorstellung von «Sühne» nur die Hälfte!