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April 2019
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Oper: Kaegi-Ticker

Kaegi-Ticker: Wie kommt der Übertitel in sein Medaillon

Dritter Besuch bei «Die Grossherzogin von Gérolstein»: Von der Grande Duchesse gibt es mehrere Fassungen. Gleich nach der Uraufführung (1867) beginnt Offenbach mit der Überarbeitung, streicht das zweite Finale zusammen, ändert Texte, stellt diverse Musiknummern um oder lässt sie ganz weg. Noch im selben Jahr gibt es auch Aufführungen in Wien, Berlin, in London und New York. Und überall entstehen eigene Fassungen. Mal deutsch, mal französisch, mal mit mehr oder weniger heftigen Eingriffen. So ist das eben mit den Offenbachiaden: sie leben zwar von den hinreissenden Melodien, den beissenden Geschichten und den aberwitzigen Figuren, aber da ist auch immer noch Platz für Lokalkolorit oder zusätzlich lustige Ideen eines Produktionsteams.

Zu den diversen Fassungen gibt es nun noch eine weitere hinzuzufügen. Lennart Hantke, der Regisseur und Johanna Wall, die Opernchefin, haben für Luzern eine neue, «die Luzerner Fassung», gemacht.

Johanna Wall erklärt, was das heisst:

Ungefähr 9 Monate haben Lennart Hantke und Johanna Wall daran gearbeitet, die alten deutschen und die Original-Fassungen studiert, sie miteinander verglichen und schliesslich daraus die zweisprachige Luzerner Version gemacht.

Und damit man dem Wortwitz mühelos folgen kann, werden sowohl die französischen Dialoge wie auch die französisch gesungenen Arien und Ensembles übersetzt. Das ist der Moment, wo die Übertitelung ins Spiel kommt und Talisa Walser, die in dieser Produktion dafür zuständig ist.

Nun sind ja Übertitel nicht einfach nur Übersetzungen, sondern sie werden zur eigenen Sprache, Johanna Wall:

Also: das ist ein guter Übertitel, wenn die Leute das Gefühl haben, sie können ja Französisch...?

Obschon Übertitel ja heute standard sind, gibt es doch immer noch Leute, die das nicht so gerne mögen. Ein Argument dafür, Johanna Wall!

Talisa und Johanna, mit Partitur und Computer ausgerüstet, erklären uns etwas konkreter, wie das mit den Übertiteln genau geht.