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September 2018
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16. September 2018 | Gabriela Kaegi

Der Kaegi-Ticker zu «Im Amt für Todesangelegenheiten»

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Seit ein paar Wochen wird draussen im Südpol wieder geprobt für die ersten zwei Premieren anfangs September: Mahlers «Kindertotenlieder», eine Musikinstallation für die «Box», und das spartenübergreifende Projekt auf der grossen Bühne: «Im Amt für Todesangelegenheiten», eine Slapstick-Oper, die im Auftrag des Luzerner Theaters von Máté Fazekas und Klaus von Heydenaber geschrieben wurde und hier am 7. September uraufgeführt wird.

Warum so viel Tod - am Anfang einer neuen Saison? Johanna Wall, die neue Operndirektorin: «Er hat sich einfach so hereingeschlichen. Man denkt nicht an ihn, und plötzlich steht er vor der Tür (oder eben im Programm / gk). Manchmal ist er zum Totlachen. Und manchmal muss einen ein Kind rütteln und sagen 'Jetzt isch guat. Das Leben geht weiter.'»

Das Theater auf jeden Fall.

Im Amt für Todesangelegenheiten

Wir alle kennen das Amt für - sagen wir - Steuerangelegenheiten. Wir kennen das Amt für Erbschaftsangelegenheiten und vielleicht auch das Amt für Ehe- und Scheidungsangelegenheiten.

Aber wer bitte war schon einmal auf dem Amt für Todesangelegenheiten?

Eine Erfahrung der besonderen Art!

Gabriela Kaegi, Luzerner Theater

Hier arbeiten Menschen, die akribisch festhalten, wer wie wann und wo zu Tode kommt:

345 Kinder: tot - tot - tot

2600 Soldaten: tot

1627 Junkies: tot - tot - tot - tot - tot.......

41 - 42 - 43 - 44 - tot - tot........

Yippi, Yippi, Yippi, Yippi

Aber der Reihe nach: während zum ersten Mal das Bühnenbild aufgebaut wird, erzählt uns Gábor Thury, der Dramaturg der Produktion, die Geschichte, die auf zwei Ebenen gleichzeitig spielt: Oben das Amt für Todesangelegenheiten, das Akten verwaltet, Tote zählt und dabei müd und müder wird, unten die U-Bahn, ein paar Geschäfte und die vier Menschen, die im Lauf des Abends sterben....

Zur neugeschriebenen Musik:

Klaus Heydenaber heisst der Komponist, der sich diese absurde Geschichte über den Tod und die Todesverwalter zusammen mit dem Librettisten Máté Fazekas ausgedacht hat. Muss man dazu Zyniker sein, Klaus Heydenaber?

Ein Gespräch während der Pause

Die erste abendfüllende Oper

Der Chor hat richtig viel zu tun. Wolltest du eine Choroper schreiben?

Rhythmisch klingt das bisweilen ganz schön tricky. Ist das der Jazzer, der da spricht?

Und manchmal klingt es nicht mehr nach Stimme oder Instrument, manchmal klingts nach Sägen und Hobeln, nach Husten und Japsen.....

Dramma Giocoso oder Opéra bouffe - das schrieben mal die Komponisten als genaueren Bezeichnungen ihrer Opern hin. Bei dir steht: Slapstick-Oper.

Ich hab dich beobachtet bei der Probe und man konnte sehen, es freut dich. Oder auch: jetzt amüsiert es dich.