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Mai 2019
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Tanz

Carole’s Insights: «Crescendo!» – live dabei

Noch zweimal zeigen wir «Crescendo!» während der Jubiläumsspielzeit von Kathleen McNurney. Tauchen Sie ein in die Welt von «Tanz Luzerner Theater» und geniessen Sie die Highlights der letzten zehn Jahre. Carole Barmettler begleitete während der Spielzeit die Kompanie und war für den letzten «Carole’s Insights»-Beitrag beim Tanzabend hinter den Kulissen mit dabei. 

10 Jahre «Tanz Luzerner Theater», 10 Jahre Kathleen McNurney – das will gefeiert werden. Die Tanzspartenleiterin hat anlässlich ihres Jubiläums eine Gala mit Highlights der letzten Dekade zusammengestellt und lädt im Rahmen von «Crescendo» dazu ein, gemeinsam mit dem LT in Erinnerungen zu schwelgen. Das Publikum erwartet ein moderierter Abend mit sechs Choreographien und Video-Einspielungen der Stücke von zehn Jahren Tanz «Tanz 1 - Tanz 30». An der Premiere am 5. Mai führt einmalig Kurt Aeschbacher durch den Abend und bittet zwischen den Stücken verschiedene Gäste zum Gespräch. Ich begleite den einmaligen Anlass und werde umso neugieriger, als ich von Selina Beghetto ein sechsseitiges Dokument mit dem detaillierten Ablauf erhalte. Die Tanzdramaturgin hält am Gala-Abend alle organisatorischen Fäden zusammen inklusive Überraschungen der Direktion für ihre Tanzchefin. Kathleen wird «Crescendo» im Publikum und zeitenweise als Gesprächspartnerin auf der Bühne geniessen dürfen.

Selina holt mich mich am grossen Tag um 15.00 Uhr beim Bühneneingang ab. Sie bringt mich in ein Assistentenzimmer im Haupthaus, wo ihr späteres Festoutfit parat hängt – und der Computer noch auf Hochtouren läuft. Kathleen schaut kurz vorbei, in Gummistiefeln und Regenmantel. «Ich schmeisse mich gleich in mein Gala-Outfit, das ist zwar etwas gar sommerlich für die aktuellen Temperaturen, aber ich ziehe es durch!», erklärt die Tanzspartenleiterin auf dem Sprung zum Bühneneingang, wo sie in wenigen Augenblicken Moderator Kurt Aeschbacher empfängt (die beiden kennen sich schon seit 30 Jahren!). Selina und ich begeben uns derweil ins Foyer. Hier wuseln verschiedenste LT-Akteurinnen und -Akteure rum: Das Requisiten-Team verantwortet die Dekoration, das Gastro-Team stellt Sandwiches, Gläser und Champagner-Kübel bereit, das Technik-Team prüft die Mikrophone und Beamer-Projektionen an den Foyer-Wänden. Kathleen ruft an, Kurt erwarte uns an der Pforte. Die Jubilarin verabschiedet sich im Namen des Outfitwechsels und wir gehen wieder ins Foyer. Hier sitzt mittlerweile die Gala-Inspizientin Yasmine Erni-Landrot, Intendant Benedikt von Peter stösst wenig später ebenfalls dazu. Während Selina, Kurt, Yasmine und Benedikt den Ablauf nochmals «en détail» durchsprechen, drehe ich eine Runde durchs Haus.

Zunächst im dritten Stock. Vor den Tänzer-Garderoben steht ein Tischchen mit handgeschriebenen «toi, toi, toi»-Zetteln und selbstgebackenen Keksen, später gesellen sich Wein und Schokoladenriegel dazu. Mir fällt auf, dass fast alle Tänzerinnen und Tänzer ein schwarzes Shirt mit einer Zehn drauf tragen. Ein persönliches «toi, toi, toi»-Geschenk des Hauses, überreicht von Kathleen, erklärt mir Selina hinterher. Während das Ensemble tröpfchenweise eintrifft, werden einen Stock höher die letzten Bühnenoutfits gebügelt und das Masken-Team wartet auf die ersten Gesichter.

Auf der Bühne tanzt sich Tom van de Ven bereits warm – mit unübersehbaren Kopfhörern auf den Ohren, unbeeindruckt von umtriebigen Licht- und Technikleuten ringsherum. Um 16.30 Uhr beginnt das offizielle Aufwärm-Training mit Ballettmeister Emmanuel Gázquez und dem Ballettkorrepetitor Miguel Sesma. Links von der Bühne stehen schon die Masken für das Stück «Niflheim» parat, in einer speziellen Wandvorrichtung stecken die Alu-Trinkflaschen der Tänzer, Sitzgelegenheiten inklusive Namensschilder sind aufgereiht.

In einem Assistentenzimmer neben der Bühne treffe ich auf Johannes Otto, ehemaliger Mitarbeiter des Künstlerischen Betriebsbüros, heute unterstützend hinter den Kulissen dabei und für die Blumen verantwortlich. Fürs LT-Team gibt es Blumenanstecker, für die Gäste pinke Gerbera. Die blühenden Gastgeschenke lagern derzeit noch im Sprinklerraum bei der Unterbühne. Johannes begleitet mich freundlicherweise hin und schliesst die Tür auf. Hier erwarten mich nebst den prächtigen Sträussen 500 (!) Mini-Cupcakes. Die süsse Überraschung fürs Publikum erinnert ans Jubiläumsmotiv: eine pinke Kerze mit Törtchen-Tutu.

Zurück ins Foyer! Die Ablaufbesprechung ist durch. Benedikt von Peter, Selina und ich begleiten Kurt Aeschbacher in seine Garderobe. Doch keine Zeit zum Verweilen, die Maske wartet. Selina und ich führen «Aeschbi» in den vierten Stock. «Hier verirre ich mich immer!», lacht Kurt Aeschbacher, der das Haus bestens kennt – als Gast, als Beirat der Stiftung Luzerner Theater natürlich, aber ebenso als Moderator. Nach dem Maskenbesuch begleite ich den gepuderten Kurt Aeschbacher zurück in seine Garderobe und nutze die Gelegenheit, ihm ein paar Fragen zu stellen (siehe Videos). Eine Viertelstunde später überlasse ich ihn seinem Anzug und seinen Moderationskarten.

Im Flur treffe ich auf Kathleen, mittlerweile im Gala-Outfit. Sie ist auf dem Weg ins Foyer, die ersten Gäste treffen ein. Nun geht es Schlag auf Schlag. Während sich der Saal füllt – auch mit zahlreichen ehemaligen Tänzern und Choreographen, die teilweise extra angereist sind –, finden sich Stiftungsratspräsidentin Birgit Aufterbeck-Sieber, Benedikt, Kurt, Selina, Johannes, Emmanuel sowie die Tänzerinnen und Tänzer neben dem Inspizientenpult ein. Ich bin erstaunt über das Gewusel und noch erstaunter, dass man davon im Saal – wie mir versichert wurde – nichts mitkriegt. Kathleen schaut nochmals kurz vorbei, um allen viel Erfolg zu wünschen. Mit zehnminütiger Verspätung geht es schliesslich los. Benedikt von Peter und Kurt Aeschbacher eröffnen den Abend, Birgit Aufterbeck-Sieber stösst als erster Überraschungsgast hinzu. Mit viel Humor (und zwei pinken Sonnenbrillen) bedanken sich die Stiftungsratspräsidentin und der Intendant bei Kathleen für ihre unermüdliche Arbeit und überreichen der Jubilarin ein Geschenk – natürlich in pinker Box. Auf die Begrüssung folgt die erste Choreographie «Sortijas» von Cayetano Soto. Nach begeistertem Applaus kündigt Kurt Aeschbacher Marco Goecke berühmtes Solo «Äffi» an – getanzt von Ensemble-Mitglied Louis Steinmetz. Hinter der Bühne starren alle gebannt auf den Inspizienten-Bildschirm, um das Bühnengeschehen zu verfolgen. Yasmine gibt den Licht- und Tontechnikern während der gesamten Gala sekundengenau Anweisungen. Selina koordiniert die Moderationen, gibt Einsatzzeichen, hält die Seitentüre zur Bühne auf, übergibt Mikrophone und Blumen, behält das Zeitmanagement im Blick. Emmanuel, im feierlichen Anzug inklusive pinker Socken, gibt den Tänzerinnen und Tänzer Anweisungen. Nach «Äffi» unterhält sich Kurt Aeschbacher mit Stadtpräsident Beat Züsli über Kathleens Wirken in Luzern. Leider kriege ich von der Seitenbühne aus wenig vom eigentlichen Gesprächsinhalt mit, aber die Lacher und Klatscher aus dem Publikum lassen keine Fragen offen. Unterhaltungsfaktor 10/10! Anschliessend lässt ein Video-Trailer die Stücke von «Tanz 1» bis «Tanz 15» nochmals aufleben, bevor die vermeintlich letzte Choreographie vor der Pause auf dem Programm steht: «7, 8» von «Associate Artist» Georg Reischl. Im Nachgang interviewt «Aeschbi» den Schöpfer und die Tänzerin Aurélie Robichon, die 2013 bereits Teil des Originalcasts war. Ich höre bloss einen Gesprächsfetzen – «Willst du es vielleicht tanzen?» – und sehe auf dem Inspizienten-Screen, dass Perkussionist Vincent Glanzmann samt Trommel die Bühne betritt. Aeschbacher und Aurélie ziehen sich zurück, Georg Reischl «himself» beginnt zu tanzen, Glanzmann zu trommeln. Die kurze Überraschungschoreographie sorgt für Begeisterung vor und hinter der Bühne. Kaum hat die Pause begonnen, steht Kathleen beim Inspizientenpult – und bedankt sich sichtlich gerührt beim gesamten Team.

Vor Start des zweiten Teils schaut die Jubilarin auch nochmals vorbei, um dem Ensemble weiterhin viel Erfolg zu wünschen. Benedikt von Peter und Kurt Aeschbacher besprechen mit Selina die letzten Fragen. Das Publikum findet sich wieder im Saal ein. Weiter geht’s! Nach der Choreographie «Niflheim» von Po-Cheng Tsai steht die nächste Überraschung für Kathleen auf der Bühne: Der Basler Tanzdirektor Richard Wherlock, langjähriger Weggefährte Kathleens, wurde als «special guest» eingeladen. Wieder kann ich den Inhalt nur aufgrund der Publikumsreaktionen erahnen und wieder scheint das Bühnengeschehen bestens zu amüsieren. Nach der Unterhaltung macht das Publikum mithilfe eines zweiten Trailers einen Abstecher zu den Stücken «Tanz 16» bis «Tanz 30». Wenig später kündigt Kurt Aeschbacher mit «White fog lifting» von Patrick Delcroix die zweitletzte Choreographie des Gala-Abends an. Während drinnen geplaudert und getanzt wird, bereitet das Küchenteam pinkes Risotto für die Gäste zu. Die Cupcakes werden von der Unterbühne geholt und auf zwei eigens hergestellten Tischchen in Form des Jubiläumsmotivs drappiert. Ich begebe mich wieder zum Inspizientenpult. Via Bildschirm verfolge ich den letzten Gesprächsteil von «Crescendo». Kurt Aeschbacher spricht mit Kathleen über ihre Arbeit, ihre Hass-Liebe zur Farbe Pink, ihre Mutterrolle für die Kompanie und über ihr Entdeckertalent. Intendant Benedikt von Peter entert zur offiziellen Verabschiedung nochmals die Bühne und bittet zur anschliessenden Premierenfeier ins Foyer. Es folgt schliesslich das grosse Finale mit Georg Reischls Choreographie «Let’s Bowie!». Nach der Show des Originalcasts begeben sich alle anwesenden Choreographen der vergangenen zehn Jahre «Tanz Luzerner Theater», ehemalige Kompanie-Mitglieder, Selina, Emmanuel und natürlich Kathleen auf die Bühne, um gemeinsam zu «Let’s Dance!» zu tanzen – ein Geburtstagswunsch der Tanzspartenleiterin und ein sichtliches Vergnügen fürs Publikum. Rechts und links der Bühne zündet das Requisiten-Team Glitzerkanonen. Nach langem Applaus fährt Yasmine zum letzten Mal den Decker runter. Das Team umarmt sich. Kathleen hält noch hier und da einen Schwatz, bevor im Foyer angestossen und spät in die Nacht weitergefeiert wird. Happy Birthday, Kathleen McNurney und ihrem «Tanz Luzerner Theater»!

«Crescendo» ist am 12.05. und 09.06. nochmals zu erleben. Kathleen McNurney und Selina Beghetto führen jeweils durch den Abend.

Kurt Aeschbacher über seine Beziehung zum Tanz:

«Aeschbi» erzählt, worauf er sich besonders freut:

Die Geburtstagswünsche des Moderators:

Das grosse Finale – von der Seitenlinie aus: