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Das LT lädt zum grossen Werkstättenfest

Am 24. August feiert das LT gemeinsam mit der Luzerner Bevölkerung und allen Interessierten seine Werkstätten. Zum 50-jährigen Jubiläum gibt’s ab 10.00 Uhr Programm bei freiem Eintritt für Gross und Klein, darunter eine Benefizauktion. Kunstauktionator und Kunsthändler Kuno Fischer versteigert gemeinsam mit Intendant Benedikt von Peter Objekte und Kostüme aus dem LT-Fundus. Carole Barmettler hat nachgefragt, was das Publikum erwarten darf.

An der Bürgenstrasse 28 befindet sich, wie es Intendant Benedikt von Peter ausdrückt, das zweite Zuhause des Luzerner Theater: die Werkstätten. Hier nehmen künstlerische Visionen Form an. Hier wird geschreinert, gemalt, tapeziert, geschlossert. Auch die Requisite, Schneiderei und Maske unterstützen die Formwerdung kreativer Ideen, diese Abteilungen sind allerdings im Haupthaus an der Reuss daheim. 

Am 24. August feiert das LT sämtliche Gewerke an der Bürgenstrasse. Zum 50. Geburtstag der Werkstätten gibt’s den ganzen Tag abwechslungsreiches Programm. Vom Kinderschminken über Führungen bis zur «Propster Show» der Requisite – am Fest kommen kleine wie grosse Besucherinnen und Besucher auf ihre Kosten. Intendant Benedikt von Peter freut sich besonders auf die Benefizauktion um 14.00 Uhr: «Ich werde dem Luzerner Auktionator Kuno Fischer assistieren. Wir haben ganz besondere Objekte und Kostüme ausgesucht, die vom Festpublikum ersteigert werden können!

Von Peter betritt mit der Versteigerungsassistenz neues Parkett und auch für den renommierten Auktionator Kuno Fischer ist es gewissermassen eine Premiere: Geschätzte 200 Kunst- und Benefizauktionen hat der 45-Jährige durchgeführt, aber bisher keine für ein Theater. Im Gespräch erzählt Fischer mehr über Versteigerungen, welches Objekt der LT-Benefizauktion besonderes Interesse wecken dürfte und welche Rolle Benedikt von Peter während des Anlasses zukommt.

Carole Barmettler – Herr Fischer, wie lange sind Sie schon als Auktionator tätig?

Kuno Fischer – Ich bin seit Kindergartenalter mit dem Auktionsbusiness verbunden. Ungefähr im Jahr 2000 habe ich die Geschäftsführung der Galerie Fischer Auktionen AG übernommen. Mittlerweile führe ich aber nur noch Benefiz- und keine Kunstauktionen mehr durch.

CB – Wie muss ich mir den Ablauf einer Auktion vorstellen?

KF – Technisch ausgedrückt, funktioniert eine Auktion wie ein Preisfindungsmechanismus. Vorab entscheidet man sich für Objekte, die man unter die Leute bringen möchte. Es ist immer schön, wenn ein Objekt in irgendeinem Sinne eine Besonderheit ist. Dass es sich beispielsweise um eine Rarität handelt oder es einen speziellen emotionalen Wert aufweist. Anschliessend wird das Objekt geprüft, beschrieben und kontextualisiert, fotografiert und preislich geschätzt. Es ist wichtig, dass sich die potentiellen Bieterinnen und Bieter vor der Versteigerung mithilfe eines Kataloges möglichst ausführlich informieren können. Während der Auktion erfolgen die Gebote jeweils ungefähr in 10%-Schritten. Irgendwann fällt dann das berühmte Hämmerchen und das Objekt geht an den Meistbietenden.

CB – Wie wichtig ist die Dramaturgie während einer Versteigerung?

KF – Sehr wichtig. Man kann nicht gleich mit dem Hauptlos beginnen, sondern wärmt sich erst auf. So werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sicherer, verstehen die Abläufe und lernen den Auktionator kennen. Anschliessend bringt man getaktet Highlights. In der Regel wechseln die besonders interessanten Objekte in den ersten beiden Dritteln den Besitzer oder die Besitzerin.

CB – Wie lange dauert denn eine Auktion?

KF – Das kommt natürlich auf die Anzahl Lose an. Bei der Werkstättenfest-Versteigerung sind es 20 Objekte, ich schätze, dass die Auktion maximal 1.5 Stunden dauert. Aber wie angedeutet, der administrative Aufwand vor- und nachher ist nicht zu unterschätzen. Das LT hat sich bei der Auswahl der Objekte mächtig ins Zeug gelegt und auch einen Online-Katalog erstellt. Benedikt von Peter war federführend, ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass man bei der Auswahl auf Diversität achten sollte.

CB – Welche Objekte werden feilgeboten?

KF – Ganz unterschiedliche. Perücken, Kleider, Requisiten… Den Onlinekatalog mit allen zu versteigernden Objekten finden Sie ab 14. August hier.

CB – Was dürfte Ihrer Erfahrung nach der Renner werden?

KF – Ich denke, dass das Tandem und das Manon-Kleid auf reges Interesse stossen werden. Ich persönlich bin sehr auf die Käuferin oder den Käufer der drei Orfeo-Kostüme gespannt. Vielleicht ist es eine Familie, die damit die nächste Fasnacht besucht? Oder die Käuferin bzw. der Käufer will jemandem ein besonderes Geburtstagsgeschenk machen?

CB – Haben Sie schon ähnliche Objekte unter den Hammer gebracht?

KF – Nein, ich habe noch nie eine Versteigerung für ein Theater gemacht und finde es entsprechend spannend. Ich finde es im Übrigen auch schön, dass das LT als kreatives Powerhouse eine solche Auktion organisiert und damit die Arbeit von Personen wertschätzt, die fürs Publikum sonst keine Visibilität haben. Es geht ja nicht primär ums Monetäre, sondern um den Kontakt mit der Bevölkerung.

CB – Apropos: Wohin fliesst das Geld, welches die Auktion generiert?

KF – Der Betrag wird für Jugendprojekte am Luzerner Theater verwendet.

CB – Intendant Benedikt von Peter assistiert Ihnen am 24. August – was heisst das konkret?


KF – Während Auktionen gibt es immer auch ruhigere Phasen, die man beispielsweise überbrücken kann, indem man jemandem Fragen stellt. Benedikt von Peter kommt sozusagen die Funktion als Sidekick für ruhigere Momente zu – er ist ja für seine Spontaneität bekannt und eignet sich daher perfekt. Mir ist es bei Auktionen aber stets wichtig, dass es nicht im Klamauk endet, schliesslich nehmen Bieterinnen und Bieter Geld in die Hände. Da braucht es entsprechenden Respekt. Aber es darf natürlich unterhaltsam sein!

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Das Werkstättenfest findet am Samstag, 24. August 2019, ab 10.00 Uhr an der Bürgenstrasse 28 in Luzern statt. Eintritt frei. Mehr Infos

Zur Autorin: Die freischaffende Texterin und Journalistin Carole Barmettler schreibt immer mal wieder fürs Journal des LT. Zuletzt hat sie die Tanzsparte im Rahmen des 10-jährigen Jubiläums von Tanzspartenleiterin Kathleen McNurney begleitet und während der Spielzeit 2018/19 regelmässig über ihre Insights berichtet.

DAS PROGRAMM IN ALLER KÜRZE

DER INTENDANT ÜBER DIE FASZINATION WERKSTÄTTEN

BENEDIKT VON PETER ÜBER SEINE HANDWERK-SKILLS