Der satanarchäolügenialko­höllische Wunschpunsch

Luzerner Theater

Der satanarchäolügenialko­höllische Wunschpunsch

Komische Oper in zwei Akten von Elisabeth Naske
Text von Theresita Colloredo, nach Michael Ende
In deutscher Sprache
Koproduktion mit der Oper Graz
Uraufführung
Wiederaufnahme 14. September 2014

Warum geht’s der Welt so schlecht? Das fragen sich wenigstens die Tiere, die unter verschmutzten Gewässern, verunreinigter Luft, absterbenden Wäldern und überdüngten Feldern leiden müssen. So gründen sie einen Hohen Rat zur Erforschung des Problems, dessen Ursache bald ausgemacht ist: die Schlechtigkeit des Menschen. Michael Ende schrieb 1989 über dieses ernste Thema ein ebenso humorvolles wie spannendes Kinderbuch, in dessen Mittelpunkt ein magisches Getränkt steht: der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch.

Ein Zauberer und eine Hexe haben sich dem Teufel verschworen und müssen für ihre magischen Kräfte ein Jahrespensum an Umweltschäden erfüllen. Am Silvestertag erinnert sie ein Abgesandter der Hölle, dass sie mit ihren Pflichten im Verzug sind und droht mit dem Schlimmsten. Beide können jedoch nicht frei agieren, weil sie – der Zauberer von einem Kater, die Hexe von einer Krähe – ausspioniert werden. Es gilt folglich, den Schein zu wahren. Da taucht ein altes Rezept zu einem magischen Getränk mit Umkehrwirkung auf: Man wünscht Gutes – und das gegenteilige Schlechte tritt ein: Die Rettung, denken die einen – eine Katastrophe, finden die anderen. Dann folgt ein Wettlauf aller mit der Zeit …

Die Einrichtung des Theaterstückes von Michael Ende als spritzige Opera buffa besorgte Theresita Colloredo, Elisabeth Naske zeichnet für die Vertonung verantwortlich – beide sind dem Luzerner Publikum bereits als Autorinnen der Kinderoper «Die Rote Zora» in bester Erinnerung.

Die Oper ist für Kinder ab 8 Jahren geeignet. Für Kinder und Jugendliche gibt es vor jeder Vorstellung eigene Einführungen im Foyer Rang I des Luzerner Theaters. Für Erwachsene finden die Einführungen wie gewohnt im Hauptfoyer oder im Foyer Rang II statt.

Kinder unter 16 Jahre erhalten 50% Ermässigung.

Aufführungsdauer: 2 Stunden, eine Pause nach dem ersten Akt

 

Hier geht es zu den Theatervermittlungsprojekten für Schulgruppen.

 

Wir danken für namhafte Unterstützung dieser Produktion:

  • Alice Bucher-Stiftung Luzern
  • Artephila Stiftung
  • Arthur Waser Stiftung
  • Luzerner Jugendstiftung
  • Prof. Otto Beisheim-Stiftung
  • Stiftung Dr. Robert und Lina Thyll-Dürr

 

Medienpartner: Radio Pilatus

 

PRESSESTIMMEN

Es ist ein vielseitiger Stoff. Die Österreicherin Elisabeth Naske hat dazu in 1,5 Jahren eine vielseitige Musik komponiert. Die Handlung inspirierte sie zu einem musikalischen Stilmix: Ich suche mir das nicht bewusst aus. Ich folge dem Stoff, dieser gibt mir viel Stilistik vor. In diesem Fall ist es viel Hexenküche und sehr viel lautmalerisches und klangmalerisches, welches weder Oper noch Musical noch sonst was ist - ich nenne es gerne Musiktheater und damit schliesse ich alle Stile ein. Die Krähe klingt beispielsweise jazzig, der heilige Silvester auf dem Glockenturm philosophisch und die Hexe und der Zauberer sogar mal psychedelisch. Die Oper ist kurzweilig und die knapp zwei Stunden sind schnell vorbei. Das Luzerner Theater bringt damit wieder einmal eine aufwändige Produktion auf die Bühne. Vor allem für Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene.

(SRF1 Regionaljournal, 5. Juni 2014)

 

Die Cellistin und Komponistin Elisabeth Naske hat den Stoff über den Wunschpunsch nun zu einer Oper geformt. Das Luzerner Theater zeigt das Singspiel als Uraufführung auf seiner Bühne. Bewusst hat Naske das Spiel für Kinder und Erwachsene ausgelegt. Vorallem für junge Augen und Ohren bietet das Spektakel viel. Die Geschichte ist lebendig, die Figuren sind schrill. Auf witzige Art und Weise werden ökologische Themen eingeflochten. Diese Spritzigkeit überträgt Naske in die Musik, ein unterhaltsames, ja kunterbuntes Gemisch von Alt und Neu. Zwar kommen durchaus Dissonanzen vor. Sie sind jedoch weniger einer musikalischen Grundhaltung geschuldet als vielmehr passend auf die Handlung komponiert - eingesetzt, wenn Spannung und Bedrohlichkeit sich verdichten. Hervorragend ist etwa die Zeichnung der vierten Dimension. Das Undeutbare wird hier in starke Töne gesetzt. Sonst spielt die Komposition viel mit Zitaten und Stilen. Der feierliche Sermon des St. Sylvester (ausgezeichnet: Flurin Caduff) wird mit Anklängen an Parsifal untermalt, seine Texte singt er in gregorianischer Tradition. Das Duett von Zauberer und Maldictus, Abgesandter der Hölle, könnte auch aus der Zeit des italienischen Verismo stammen. Die Krähe singt jazzig-burlesk, von einer swingenden Regula Schneider an der Klarinette begleitet. Der dicke Kater betrauert seine Dummheit in Gospelform und verwandelt sich zu den Klän gen der 21st Century Fanfare zur jungen Schmusekatze. Dass dies meist nicht einfach plump daherkommt, dafür sorgen Unterbrechungen, starke Rhythmen, aufbrechende Dissonanzen oder spannende Instrumentenkombinationen. Auch die Inszenierung    (Dominique    Mentha), Bühnenbild (Werner Hutterli) und Kostüme (Susanne Boner) folgen dieser Vielfalt. Der Zauberpunsch dampft, die Haare funkeln, ein Schneesturm tobt - es ist immer was los auf der Bühne.

(Neue Luzerner Zeitung, 7. Juni 2014)