Tanz 12: Of Waiting and Wandering

Südpol Luzern

Tanz 12: Of Waiting and Wandering

Tanzstücke von Caroline Finn und Ihsan Rustem
In Zusammenarbeit mit Pro Senectute Kanton Luzern
Uraufführung
Premiere: 10. Mai 2013

Zwei uns bereits bekannte Talente, Caroline Finn und Ihsan Rustem, gestalten jeweils eine Uraufführung, die Homers Epos von verschiedenen Perspektiven beleuchten. In einem Teil des Tanzabends nimmt uns das Ensemble mit auf die abenteuerlichen Irrfahrten von Odysseus und erzählt uns von männlichem Mut und Stärke. Im Begleitwerk hingegen erleben wir die weibliche Sichtweise und deren Wahrnehmung der Odyssee – vor allem betont und inspiriert durch die Figur der Penelope, Ehefrau des Odysseus, die sich durch geduldiges und kluges Warten auszeichnet.

Humor und Skurrilität zeichneten frühere Arbeiten der Engländerin Caroline Finn aus, die nach ihrer Ausbildung an der «Juilliard School» in New York von Philip Taylor an das «balletttheater münchen» engagiert wurde. Drei Jahre später wechselte sie nach Aix-en-Provence zum «Ballet Preljocaj», und inzwischen tanzt, choreografiert und unterrichtet sie in Deutschland, Frankreich und in den USA.

Ihsan Rustem, seit der Geburtsstunde von «Tanz Luzerner Theater» Mitglied der Kompanie, tritt bereits seit 1999 mit eigenen Choreografien in Erscheinung, für die er national und international Anerkennung gewinnt. Im November 2011 erhielt er den Choreografenpreis des Sadler’s Wells Theatre für sein Werk «State of Matter».

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PRESSESTIMMEN

«Fast intim wirkt der Proberaum des Südpols. Nicht zu viele Zuschauer finden Platz, um in der Geborgenheit des abgedunkelten Raumes einer legendär bewegten Reise beizuwohnen: den Abenteuern des Odysseus und der Penelope, wie sie Homer geschildert hat und nun Ausgangspunkt zweier wundersam bewegender Tanzstücke bilden.
Ihsam Rustem, Tänzer des Luzerner Tanzensembles, ist bereits mehrfach als Choreograf hervorgetreten. In seinem neuesten Stück ‹Nostos› versteht er es, die Zerrissenheit des ewig Reisenden Odysseus sicht- und spürbar zu machen.  ‹Nostos›, das griechische Wort für ‹Heimkehr›, zeigt innere und äussere Vielschichtigkeiten des Unterwegsseins. Das dynamische Bewegungsgeschehen wird auf faszinierende Weise von ruhigen Rhythmen durchpulst, als würde alles von einem grossen Fluss getragen. Diese eigentümliche Wirkung von Ruhe in der Unruhe entsteht durch die raffinierte Interaktion der beiden exzellenten Tänzer Luca Signoretti und Samuel Déniz Falcon, welche unterschiedliche Wesenszüge von Odysseus verkörpern. Als Kontrapunkt zur Wurzellosigkeit tritt ab und zu, mit stoischer Ruhe, die Göttin Athene (dargestellt von einer Seniorin) in Erscheinung.
Die Rastlosigkeit des Kämpfens und die Sehnsucht nach Heimkehr fügen sich zu einem organisch sich entwickelnden Bewegungsfluss von raumgreifenden Schritten und Drehungen, die von Momenten des Innehaltens abgelöst werden. Eingeholt werden die beiden Odysseus immer wieder von kunstvoll verhüllten Gestalten (Kostüme: Margot Gadient-Rossel), die verschiedene Reisestationen suggerieren. Der blinde Seher Teiresias wird dabei ebenso erkennbar wie die Göttin Kalypso, welche Odysseus festhält. Die vielschichtige Wirkung wird durch eine assoziative Klangcollage sowie durch Bild- und Videoprojektionen von Ida Zenna unterstützt, welche visuelle Eindrücke von Räumen und Landschaften wie Traumpartikel zueinander fügen.
Ganz anders, aber ebenso eindrücklich die Choreografie ‹Sto Spiti› der Engländerin Caroline Finn. Sie fokussiert auf Odysseus’ Frau Penelope und entwickelt einen Bilderbogen der inneren Unruhe einer geduldig auf ihren Mann wartenden Frau. Dabei benützt Caroline Finn eine Bewegungssprache, die auf faszinierende Art zwischen überzeichneten Gesten, stillen Bewegungsminiaturen und hochdynamischen, raumgreifenden Bewegungsfolgen oszilliert. Penelope wird von vier Frauen verkörpert: von einer umsichtig agierenden Seniorin (…) und den drei exzellenten Tänzerinnen Chiara Dal Borgo, Rachel Lawrence und Salome Martins.  Die Frauen zeigen verschiedene Wesenszüge Penelopes: Das stoisch Verharrende, das klug Abwägende, das rebellisch Ausbrechende, das ewig Fürsorgliche verleihen dem Tanzgeschehen Spannung und Dynamik und betrachten die Emotionen Penelopes wie durch ein Kaleidoskop. Unterstützt wird diese Wirkung durch poetische Bild- und Videoprojektionen von Ida Zenna. Die Choreografin versteht es, tiefe Innerlichkeit mit humorvoller Skurrilität zu verbinden. Dies kommt auch durch die comicähnliche Darstellung von Penelopes Sohn Telemachos (brillant: Samuel Déniz Falcon) zum Ausdruck, der mit seiner Überdrehtheit ganz so wirkt, als wollte er überall und nirgends sein.
Ein schöner Tanzabend, der vom Premierenpublikum am Freitag mit frenetischem Applaus gefeiert wurde. Dem Motto ‹Odyssee› entsprechend, wird die Produktion nun an verschiedenen Orten der Innerschweiz zu sehen sein.»
Zentralschweiz am Sonntag, 12. Mai 2013 


«Es ist meist beklemmend, dann verführerisch oder verspielt, immer aber abenteuerlich, was Odysseus auf seiner langen Rückkehr erlebt. Der Choreograph Ihsan Rustem vom Luzerner Tanzensemble zeigt die Abenteuer in aneinander gereihten Bildern, die sich zwar grund-sätzlich an den Mythos halten, aus denen jedoch immer die emotionale Essenz heraus-destilliert wird. Es sind kraftvolle Bilder, die so entstehen, voller Spannung und Tiefe. Es ist die Art von Tanz, modern und manchmal Richtung Bewegungstheater gleitend, in der das Tanzensemble des Luzerner Theaters so richtig aufblüht und womit der Funke zum Publikum sofort überspringt. Und das hält auch nach der Pause an.
Im zweiten Teil, in dem die Gastchoreographin Caroline Finn die weniger bekannte Seite des Mythos zeigt: die Geschichte von Penelope, die auf ihren Mann wartet, während sie listig Freier abwehren und sich mit ihrem zappeligen Sohn Telemachos herumschlagen muss. In diesem Moment wird es auch urkomisch: mit grotesken, comicartigen Tanzszenen. Das Ganze ist eingebettet in ein einfaches, jedoch ausgeklügeltes Bühnenbild mit Videoprojektionen. Und eine spezielle Art von Theatralik kommt noch hinzu, da zwei Seniorinnen der Pro Senectute Kanton Luzern mitspielen. Im ersten Teil als die Göttin Athene, im zweiten in der Rolle der älteren Penelope.
All die verschiedenen Facetten passen im Stück ‹Of Waiting and Wandering› perfekt zusammen und bringen einem so den bekannten griechischen Mythos auf ganz eigene, neue Art näher.»
Radio SRF 1, 11. Mai 2013 


«Vor einem raffinierten Bühnenbild zeigten die Tänzerinnen und Tänzer eine atemberaubende Darbietung. Während sich der erste Teil der Irrfahrt des Odysseus widmete, behandelte der zweite das Warten seiner Frau Penelope. Die rhythmischen Bewegungen der Protagonisten waren in beiden Sequenzen perfekt aufeinander abgestimmt: Mal zogen sich die Darsteller an, mal schienen sie sich abzustossen wie zwei gegenpolige Magneten - aber immer fügten sie sich wieder zu einem Ganzen zusammen, wie es das griechische Wort der Harmonie (Vereinigung, Zusammenfügung) verlangt. Spannend gestaltete sich das Spiel mit dem Bühnenhintergrund, da die Schatten der Tänzerinnen und Tänzer auf die Leinwand geworfen wurden und sich das Geschehen auf der Bühne so auf eine abstrakte Art und Weise duplizierte. Der effektive Licht- und Toneinsatz trug das Seine zu einer energiegeladenen und dynamischen Aufführung bei. (…)Diese Kollaboration zeugt von der hohen Innovationskraft des Luzerner Theaters - wobei dies für Jung und Alt sicherlich ein Gewinn bringendes Projekt ist.»
Neue Schwyzer Zeitung, 18. Mai 2013 
 

«Die einzelnen Szenen sind raumgreifend und durchwegs sehr emotional und atmosphärisch mit poetischen Videoprojektionen und packender Musik untermalt. Die ganze Inszenierung und der Tanz sind getragen von einem durchgehenden Rhythmus, von romantisch-verspielt bis humorvoll-skurril. Die hervorragenden Tänzer interpretieren die vielgestaltigen Figuren leidenschaftlich und tänzerisch auf höchstem Niveau, was insgesamt zu einem modernen und sinnlich packenden Spektakel für alle Sinne führt.»  
Bote der Urschweiz, 18. Mai 2013 

 

 

 

 

 

Wir danken für grosszügige Unterstützung:

Kanton Obwalden

LANDIS & GYR STIFTUNG / Siemens Building Technologies

Paul Schiller Stiftung

 


Tanz Luzerner Theater wird freundlicherweise unterstützt von den TANZfreunden Luzerner Theater und der Daria Nyzankiwska Dance Foundation.