Tanz 18: Celebration!

Luzerner Theater

Tanz 18: Celebration!

Uraufführungen von Andonis Foniadakis und Cayetano Soto, «Naked Ape» von Fernando Hernando Magadan
Uraufführung
Schweizer Erstaufführung
Premiere: 01. April 2015

Dieser Tanzabend verspricht faszinierende Werke dreier Choreografen, die sich bereits mit ihrer eigenen Spur in den Tanz unserer Zeit eingeschrieben haben.

Der Grieche Andonis Foniadakis gehört zu den gegenwärtig gefragtesten Choreografen weltweit. Seine anspruchsvollen und eindringlichen Tanzstücke verhalfen ihm längst zu internationalem Erfolg. Er selbst tanzte erfolgreich beim Béjart Ballett und Lyon Opera Ballet, bevor er als Choreograf tätig wurde. Am Luzerner Theater stellt er sich mit einer Uraufführung vor und lässt sein Werk durch eine Auftragskomposition von Julien Tarride begleiten.

Cayetano Soto zeigt sich in Luzern bereits zum zweiten Mal. Mit dem Auftragswerk «Malasombra» lässt er sich von der Musik und dem Leben der kubanischen Sängerin La Lupe inspirieren, eine schillernde und exzentrische Figur, die als Königin des Latin Soul in die Musikgeschichte einging. Der Spanier greift den Schwung und die Erotik dieser mitreissenden südländischen Musik auf und verwandelt sie in eine Kreation voller Tempo, ausladender Fantasie und poetischer Eleganz.

In einer kraftvollen und zugleich geschmeidigen Bewegungssprache weiss Fernando Hernando Magadans mit starken Bildern zu überzeugen. 2009 schuf er für das Nederlands Dans Theater seine erfolgreiche Choreografie «Naked Ape», die er zwei Jahre später in Chicago für die Company «Luna Negra» adaptierte und die nun als Schweizer Erstaufführung am Luzerner Theater gezeigt wird. In diesem poetischen sowie humorvollen Werk erzählt Magadan von tierischen und menschlichen Instinkten und von Versuchen der zwischenmenschlichen Kommunikation inmitten einer überladenen und technologisierten Welt.

Empfohlen ab 10 Jahren

Aufführungsdauer: ca. 2 Stunden, inklusive 2 Pausen

Die Produktion ist am 10., 11. und 12. April 2015 als Gastspiel des Kunsthuis Ballet Vlaanderen in Antwerpen mit Unterstützung von Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung, zu sehen. Weitere Informationen und Tickets erhalten Sie hier.

 

 

GESPRÄCH

Affen ohne Fell

Der Choreograf Fernando Hernando Magadan und Sandra Marín Garcia (Einstudierung) im Gespräch mit Lucie Machan

 

Das Stück «Naked Ape» wude 2009 in Den Haag für das «TodaysArt Festival», eine Plattform für zeitgenössische Kunst, für vier Tänzer des Nederlands Dans Theater entwickelt. Aufgeführt wurde es in der luftigen und modernen Architektur des Rathauses im Herzen der Stadt. Ein inspirierender Aufführungsort?

FHM: Die Architektur des «stadhuis» hat mich für mein Stück sehr inspiriert, es ist ein strahlend weisses architektonisches Meisterwerk, in dem man immerfort auf staunende Menschen stösst. Ich verwende für das Bühnenbild weisse, auf Draht aufgezogene Skulpturen, aus Stoff und Kleber gefertigt, durch die ich diesen ständigen Besucherstrom und die Architektur des Gebäudes widerzuspiegeln versuche. Jede der Skulpturen ist mit einem individuellen Sound-System versehen, das eine menschlich-natürliche Ebene bildet im Gegensatz zu der künstlichen Umgebung des Spielortes.

Das Thema 2009 war «Konflikt», richtig?

FHM: Ja, meine choreografische Arbeit untersucht deshalb auch den inneren Konflikt zwischen instinktiven Ausdrucksmöglichkeiten durch das rein Körperliche und der künstlichen Welt, die der Mensch um sich herum geschaffen hat. Das evoziert beunruhigende Gefühle und eine Verletzlichkeit, die ich portraitieren wollte.

Zwei Jahre später wurde das Werk in Chicago für die Company «Luna Negra» adaptiert. Es wurde ein fünfter Tänzer hinzugefügt, der eine besondere Rolle innehat.

FHM: Dieser neue Charakter stellt einen Akademiker dar, einen Professor, der – wörtlich gesprochen – eine erfundene artifizielle Sprache spricht und die intellektuelle Seite, aber auch die «kontrollierte» Welt repräsentiert. Hier versuchte ich herauszufinden, ob wir tatsächlich fähig sind, gleichzeitig zu kontrollieren und zu verstehen, selbst wenn es sich um unsere grundlegenden Triebe handelt. Das hat dann so manch scherzhaften, zynischen Moment in das Stück eingebracht.

Sandra Marín Garcia, Sie studieren in Luzern die Schweizer Erstaufführung ein. Selbst haben Sie die Uraufführung in Den Haag getanzt. Wie fühlen Sie sich auf der «anderen Seite»?

SMG: Ich habe gute Erinnerungen an «Naked Ape». Nun geht es ja um die erweiterte Version, die ich vorher nicht kennengelernt hatte. Einerseits spüre ich diese Vertrautheit, andererseits muss ich Teile des Stückes erst ergründen und verstehen, damit ich es an die Tänzerinnen und Tänzer weitergeben kann. Ich studiere nicht einfach vorgegebene Schritte ein, sondern versuche, die Interpretation des Choreografen zu übermitteln, die Motivation, die hinter jeder Bewegung steht, zu fassen, um dem Luzerner Ensemble die Möglichkeit zu geben, das Stück zu erspüren und sich zu eigen machen. Dabei verleihe ich der Choreografie natürlich ein wenig meine persönliche Note und tanze dadurch immer noch mit.

Im Hintergrund hören wir eine Collage aus Tierstimmen, jedoch auch Violinkonzerte von Johann Sebastian Bach. Eine Provokation?

FHM: Im Titel des Stückes klingt natürlich die Theorie vom Affen als Vorfahr des Menschen an. Wir haben uns stark entwickelt, erschaffen wunderbare Kunstwerke, doch die Urinstinkte sind der menschlichen Rasse trotzdem erhalten geblieben, sie schlummern in uns. «We are still apes, just naked».

Wie würden Sie ihre Bewegungssprache in wenigen Worten beschreiben?

FHM: Eine Verschmelzung aus Musikalität und wilden Explosionen. Die Bewegungen sind manchmal beengt und abgehackt, dann wieder ausgedehnt und flüssig. Jedoch entstehen sie immer aus dem Inneren heraus und erzählen etwas Persönliches.

 

 

Eine Reise ins Innere der Nacht

ANDONIS FONIADAKIS IM GESPRÄCH MIT LUCIE MACHAN

 

«Shades» heisst Ihr neues Werk, das Sie dem Luzerner Tanzensemble auf den Leib geschneidert haben. Welche Inspiration hatten Sie hierfür?

Als Kathleen McNurney mich bat, ein Stück für ihr Ensemble zu kreieren, hat sie mir von dem Titel «Celebration!» erzählt und die Zusammenhänge um das 175-jährige Jubiläum des Theaters erläutert. Zuerst war ich mir nicht sicher, wie ich das in mein Stück einbauen konnte. Dann habe ich begonnen darüber nachzudenken, was wir machen, um ein grosses Ereignis zu feiern: ganz simpel - wir gehen aus! Wir lassen den Alltag mit all seinen Verpflichtungen hinter uns und freuen uns auf‘s Wochenende! Dem liegt ein Prozess, ja fast ein Ritual zu Grunde: Wir bereiten uns auf den Ausgang vor, richten uns her, es steigen Erwartungen an den bevorstehenden Abend herauf. Das war die Grundlage für meine Überlegungen. Dann habe ich die Gedanken weitergesponnen und bin auf Zeitreise gegangen: in die 1980er und 90er Jahre in New York City. Das Nachtleben in solch einer Metropole ist exzessiv, anonym und dient für viele Menschen als Realitätsflucht. Man möchte für eine nachtlang aus seiner Haut, will jemand anderes werden. Das gilt für jede Gesellschaftsschicht. Es ist egal woher man stammt, alles wird anonym und verschwindet in den Schatten der Nacht. Dann habe ich noch begonnen über Raum nachzudenken …

Und sind auf was gekommen?

Wenn wir ausgehen, gehen wir in Räume, die abgegrenzt sind. Wir betreten finstere Löcher, eine Schattenwelt. Etwas Andersartiges. Darin suchen wir dann das Licht. Eigentlich paradox!

Lichtquellen spielen in Ihrem Stück eine grosse Rolle.

Das Licht verwende ich in «Shades» eigentlich als Metapher. Schon mein Titel verweist darauf. Schatten entstehen nur mit Einwirkung von Licht. Die eingesetzten Lichtquellen erinnern an viele verschiedene Dinge: die Leuchtstoffröhren an Scanner mit denen Menschen durchleuchtet werden, mit Körperscannern oder sogar Nacktscannern, das hektisches Blinken an Warnblinkanlagen, das zuckendes Vibrieren von Stroboskoplicht an Diskotheken. Menschen werden ständig durchleuchtet, geröntgt, tomografiert. Sie müssen ihre versteckte Seite zeigen, ihr Inneres, sich nackt und ungeschützt dem Fremden stellen.

Bringt dann die Nacht den gewünschten Schutz?

So etwas in der Art. Nachts kann man sich fallen lassen, über den normalen Zustand hinaustreten und neue Horizonte öffnen. Natürlich kann man das auch am Tag, aber die Nacht ist viel magischer und macht den Mut grösser. Wenn wir eine Reise in das Innere der Nacht antreten, ist das gleichzeitig eine Reise zu uns selbst.

Ihre Bewegungssprache ist sehr suggestiv. Als Zuschauer ist man wie hypnotisiert von der  puren Körperlichkeit in Ihrem Werk. Trotz der Abstraktheit des Stückes werden die Tänzerinnen und Tänzer durch ihre Gesten menschlich und treten in denselben Paarungen auf. Zufall?

Ich baue die Figurenkonstellationen ganz bewusst auf, um sie dann wieder zu zerstören. Das ist meine Art und Weise zu choreografieren: ich möchte die Konsistenz der Dinge durchbrechen. Denn nichts ist selbstverständlich. Alles kann wieder zerfallen. Mir ist aber auch die Individualität des Einzelnen wichtig und ich arbeite sie stark heraus.

Wie sieht das praktisch aus?

Ich habe meinen eigenen Stil und diesen möchte ich durch die Tänzerinnen und Tänzer widerspiegeln. Um ihre jeweilige Einzigartigkeit zu erhalten, nehme ich viele Bewegungen und Vorschläge auf. Ich forme sie dann vorsichtig um, so dass meine choreografische Handschrift am Ende durchscheint.

«Shades» wird von einem elektronischen Klangteppich unterlegt, komponiert von Julien Tarride, mit dem Sie zum wiederholten Mal zusammengearbeitet haben.

Julien und ich kennen uns sehr gut und wir sind ein eigespieltes Team. Einige der Szenen sind bereits im Voraus komponiert worden, einige entstanden im Laufe des Kreativprozesses oder wurden umgeschrieben. Es ist ein ständiger work-in-progress.

Die Kostüme von Tassos Sofroniou lassen viel Haut durchscheinen …

Das Fragmentarische der Kostüme erinnert mich an Gedächtnisfetzen, an vage Erinnerungen, die man aus durchtanzten Nächten mit nach Hause bringt. Alles vibriert und nichts ist greifbar. Das leuchtende Blau steht für meine Heimat Kreta, für das Meer und den weiten Himmel. Der Gedanke daran versetzt mich immer in einen befreiten Zustand.

 

 

PRESSESTIMMEN

Ballett als flirrende Salsa, «Fever» als Latino-Blues, die Königin des «Canciön Latina», La Lupe, schmettert ihre elektrisierenden Songs ins Luzerner Theater, und die Tänzerinnen und Tänzer wiegen mit den Hüften, heben hoch das Bein, wirbeln über die Bühne oder gockeln mit hochgezogenen Schultern und abgeknickten Hintern, als wäre ihnen der Fuchs dicht auf den Fersen. Grossartig ist das, so pfiffig, so fröhlich, so schnell und präzise im Timing, dass man glauben könnte, man sässe in Den Haag in einer Vorstellung des Nederlands Dans Theater 2. An dem Abend, der zum 175-Jahr-Jubiläum des Luzerner Theaters den Titel «Celebration!» trägt, kann sich das Ballettensemble von Kathleen McNurney durchaus mit der führenden Juniorenkompanie der Welt vergleichen lassen. Unglaublich, wie versiert die Tänzerinnen und Tänzer sich die Stile so grundverschiedener Choreografen wie Cayetano Soto, Fernando Hernando Magadan und Andonis Foniadakis angeeignet haben.

Neue Zürcher Zeitung, 10. April 2015

 

Für «Tanz 18: Celebration» hat Tanzchefin Kathleen McNurney drei Gastchoreografen engagiert, welche unterschiedliche Ausprägungen der Tanzkunst ausloten. Dabei erzeugen Kontraste eine facettenreiche Spannung. Licht und Schatten, Ordnung und Chaos, Formenstrenge und Entfesselung bilden den Nährboden einer mitreissenden «Celebration», welche weniger die Kohärenz als die kreativen Reibungsflächen sucht. (…)

Wie bereits der Titel «Malasombra» («Böser Schatten») suggeriert, zeigt der Tanz nicht einfach ein Feuerwerk der Salsarhythmen. Der Bühnenboden ist von verglühten Schmetterlingen bedeckt, die Tänzerinnen und Tänzer tragen Weiss und Schwarz. Die Bewegungssprache bündelt sich in der Formenstrenge des Balletts, um sinnlich-erotische Tanzelemente wie heftige Lichtblitze aufscheinen zu lassen. Unter der kühl-eleganten Körperkontrolle schlummert die Entfesselung, die Poesie grenzt hautnah an Exzentrik, bei der körperlichen Annäherung lauert der Kampf. Der Choreograf versteht es, die feinen Nuancen oszillierender Gegensätze so auszureizen, dass zum Gesang von La Lupe ein packender Tanzfluss hoch präziser Körpervirtuosität entsteht. (…)

Ein mitreissender Tanzabend, mit einem exzellenten Tanzensemble, eine tolle Feier der Tanzkunst und Tanzlust. Das Premierenpublikum war begeistert.

Neue Luzerner Zeitung, 4. April 2015

 

 

Das Luzerner Ensemble schafft mittels expressiver Haltungen und abgespreizten Gliedern eine lebhafte Bewegungssprache. Soto lässt die sechs Tänzerinnen und Tänzer Bewegungsextreme ausloten. Immer wieder wechselt die Choreografie in rasante Passagen – ohne dass die Sinnlichkeit der kubanischen Klänge verloren geht. Die Erotik in der Musik überträgt sich auf den Tanz. Immer wieder dreht sich «Malasombra» um Anziehungskraft und lotet Gegensätze aus. Kubanisches Tanzfieber umgesetzt in zeitgenössische Tanzsprache. (…)

«Naked Ape» ist in Zusammenarbeit mit dem NDT (Nederlands Dans Theater) und Klangkünstler Harmen Straatman entstanden. In seiner Luzerner Version zeigt Magadan eine unverzierte, asketische Bewegungssprache: Manchmal weich-fließend, dann wieder eckig-eingeengt. Bewegungen in Slowmotion gehen in zuckende Körper über. Der Tanz als natürliches Element des Ausdrucks und der Identität: Der Choreograf rückt zwischenmenschliche Kommunikation ins Zentrum seines Schaffens – inmitten einer überladenen und technologisierten Welt. (…)

Der Grieche Andonis Foniadakis entführt uns in eine Schattenwelt. Eine Welt fernab des Tageslichts. «Shades» ist ein Spiel mit der Dunkelheit, in der Foniadakis Licht als Symbol einsetzt: Leuchtstoffröhren, die den Menschen scheinbar durchleuchten oder Stroboskoplicht, wie wir es aus Discos kennen (…) Das Stück verbindet Performance-Kunst mit neuer Technologie. Der Abend ist von einem elektronischen Klangteppich unterlegt, komponiert von Komponist und Visual Art-Künstler Julien Tarride. Eine Musik, die perfekt zu Foniadakis radikaler zeitgenössischer Attitüde passt, welche sich durch das ganze Stück zieht. In der Dunkelheit erzählt «Shades» in Bildern aus Parallelwelten, die wie Passagen aus der Zukunft anmuten. Die Inszenierung ist eine Einladung zu einer geheimnisvollen Reise in Dunkelheit und Licht des menschlichen Seins.

www.tanznetz.de, 5. April 2015

 

 

Die neueste Tanzproduktion hält, was sie verspricht: Celebration! Zelebriert wird die Kraft im tänzerischen Ausdruck und die Vielseitigkeit. Das liegt schon in den Grundzügen des Abends, bestehend aus drei unabhängigen Teilen mit drei halbstündigen Choreografien. In der Grundstimmung sind sie sehr verschieden, in ihrer Energie jedoch gleich und so aufgeladen kraftvoll, dass es dem Publikum fast den Atem verschlägt. (…) Auch wenn die drei Choreografien thematisch kaum etwas verbindet, hält sie etwas zusammen: Eine konsequent moderne Tanzsprache, die ohne zusätzlichen Schnick-Schnack auskommt. Das Bühnenbild und die Kostüme sind auf ein Minimum, auf feine Anspielungen beschränkt. Gerade dies trägt dazu bei, dass sich die Tänzerinnen und Tänzer des Luzerner Ensembles so richtig entfalten können.

Radio SRF1, 2. April 2015

 

Bei «Shades» von Andonis Foniadakis kommen wir dafür wieder voll auf unsere Rechnung. Der Choreograf hat sich mit dem eigentlichen Thema «Celebration!» auseinandergesetzt, und auf der Bühne wird gefeiert. Das Licht blinkt, funkelt, leuchtet in allen Farben und Formen, mit Strobo und blinkenden Kostümen, mittels Leuchtstoffröhren beleuchteten Körper, die immer wieder in den Schatten verschwinden. Das Nachtleben in Höchstform, in all seiner Komplexität. Paare loten die Finessen aus, Gruppen feiern Orgien der Körper und Geschwindigkeit, das Ganze zerfällt, flieht ins Dunkel und findet sich an Lichtquellen wieder. Begleitet von der Komposition von Julien Tarride, die genauso kraftvoll und experimentierfreudig daherkommt, haben wir ein Gesamtpaket, das uns wieder frenetisch applaudieren lässt.

www.kulturteil.ch, 5. April 2015

 

 

Man könnte nun die Hintergründe dieser drei Stücke erklären, über die Kostüme reden, über die Lichteffekte, die Musik. Man könnte von teilweise rasend schnellen Tanzschritten schwärmen, von komplexen Hebungen, die mit einer unheimlichen Leichtigkeit daherkommen, von skurrilen, witzigen, emotionalen Momenten. All das würde aber nicht ansatzweise wiedergeben, was das Ensemble dem Publikum mit «Celebration!» auf der Bühne des Luzerner Theaters bietet, was an diesem Abend im wahrsten Sinne des Wortes „zelebriert“ wird. (…) Als letztes taucht man ein in die Welt der Nachtschwärmer in «Shades» von Foniadakis, verliert sich mit ihnen in einer mit speziellen Lichteffekten durchbrochenen Dunkelheit, spürt den Beat, der sich im Körper verkrallt und erlebt das Getriebene, Atemlose, Fiebrige einer durchtanzten Nacht in einem Club. Und wenn der Vorhang fällt, sitzt man selber irgendwie atemlos da und fragt sich, wie es möglich ist, dieses Tempo, diese Körperspannung und Konzentration so lange zu halten, ohne sich auch nur das geringste Zeichen von Anstrengung anmerken zu lassen. Das ist Können auf höchstem Niveau. Also hingehen, sich einlassen auf dieses tänzerische Feuerwerk und am Ende das Ensemble «Tanz Luzerner Theater» feiern, wie es das Premierenpublikum getan hat. Ein Dankeschön an die Truppe für dieses einzigartige Erlebnis!

www.innerschweizonline.ch, 4. April 2015

 

Produktionspartner: Inova Management AG

Medical Partner: Sportmedizin St. Anna im Bahnhof

Tanz Luzerner Theater wird freundlicherweise unterstützt von den TANZfreunden Luzerner Theater und der Daria Nyzankiwska Dance Foundation.