Superhero

Theater Pavillon

Superhero

Theaterstück nach dem Roman von Anthony McCarten
Ein Projekt der Playstation
Textfassung von Bernd Isele
Koproduktion mit dem VorAlpentheater Luzern
Schweizer Erstaufführung
Premiere: 27. April 2012

GEWINNER DES PUBLIKUMSPREISES DER THEATERTAGE AARAU IM JUNI 2012!

Donald Delpe ist 14 und leidenschaftlicher Comic-Zeichner. Ein magerer
Junge, Schultern so dürr wie Kleiderbügel. Ein schräger Vogel, keine Augenbrauen,
keine Haare. Mit Stöpseln in den Ohren ist er unterwegs in der wolkenverhangenen
Stadt. Er hat keine Chance bei den Mädchen und möchte
doch eines wissen: Wie geht die Liebe? Doch Donald hat nur wenig Zeit –
er hat Krebs.

Wenn Donald sein täglicher Kampf gegen die Krankheit zu viel wird, rettet er
sich in eine Parallelwelt aus Comics. Wie besessen zeichnet er unsterbliche,
unverwundbare, unbesiegbare, coole und supersexy Figuren. Erst nach und
nach erkennt er, dass echte Superhelden keine Kunstfiguren sind, sondern
ganz gewöhnlich aussehen – so wie der verklemmte Klinikpsychologe Adrian,
wie Shelly und wie seine Eltern.

Mit «Superhero» hat der neuseeländische Erfolgsautor Anthony McCarten
einen bemerkenswerten Roman geschrieben. Ein warmherziges, verrücktes
und erfrischend unpädagogisches Drama über das Leben und Sterben –
traurig, schrill, temporeich und voll unbesiegbarem Humor. Eine brillante
Mischung aus Schauspieltext, Filmscript und Comicsprache, mit wunderbarem
Gespür für originelle Figuren und Situationen. «Superhero» wird, erstmals
auf einer Schweizer Bühne, in einer Kooperation zwischen dem Luzerner
Theater und dem VorAlpentheater Luzern mit Jugendlichen aus Luzern und
Umgebung in den Räumen des Theater Pavillons realisiert.

Hier geht's zum VorAlpentheater Luzern

Empfohlen ab 12 Jahren

GESPRÄCH


INTERVIEW MIT DEM AUTOR ANTHONY MCCARTEN:
«DAS ERSTE MAL VERGISST DU NIE!»


«Superhero» ist eine Geschichte über einen vierzehnjährigen Jungen, der bald sterben wird. Im ersten Moment eine sehr traurige Geschichte, doch als Leser merkt man schnell, dass sie auch sehr witzig ist. Wie haben Sie es geschafft, diese Balance so gut zu halten?
Bei «Superhero» handelt es sich um eine Geschichte, die herausfinden soll, was wichtig im Leben ist. Weil der Junge bald sterben wird, hat er keine Zeit zu verlieren. Er trifft schnell Entscheidungen, für die manche von uns ein ganzes Leben brauchen. Donald geht eine schnelle Entwicklung durch: Von einem kleinen Jungen, der viele Träume hat, zu jemand, der diese Träume realisiert hat.

Warum haben Sie gerade einen vierzehnjährigen Jungen und keinen älteren als Protagonisten gewählt?
Die Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit – es ist so ähnlich vor 15 bis 20 Jahren in Australien passiert. Es war wichtig, dass Donald ein noch junger und unerfahrener Junge ist. Er ist noch eine Jungfrau und zu heutigen Zeiten, ist das bei einem Sechzehnjährigen fast unrealistisch. Ebenso bei einem Fünfzehnjährigen. Bei einem Vierzehnjährigen ist das glaubhaft und okay. Aber jetzt haben wir ein Problem, denn dieser kleine Junge wird von seinem Psychologen zu einer Prostituierten gebracht und genau darin lag die Herausforderung für mich: Was für eine Beziehung muss ein kleiner Junge zu seinem Psychologen haben, dass so etwas passieren kann?

War es schwierig für Sie, herauszufinden, was ein vierzehnjähriger Junge fühlt? Haben Sie sich an Ihre Zeit als Teenager zurückerinnert?
Ich habe einen 20 Jahre alten Sohn und habe erlebt, wie ein Vierzehnjähriger ist. Ich denke es ist die Zeit in der man so viele Dinge zum ersten Mal erlebt. Und das erste Mal vergisst du nie. Du erinnerst dich daran, wie du zum ersten Mal die Schlüssel zu deinem Auto bekommen hast und wie du zum ersten Mal einen anderen Menschen geküsst hast. Wenn du diese Dinge jemals vergisst, dann hast du kein Recht zu leben. Also ist «Superhero» eine Geschichte über all deine «Ersten-Mal-Erfahrungen».

Was hat Ihr Sohn zu ihrem Buch gesagt? Hat es ihm gefallen?
Ich habe drei Söhne. Mein Ältester hat das Buch gelesen und ich habe ihn gefragt, was er darüber denkt. Er sagte nur: «Cool!» (lacht)

 

Anthony McCarten, geboren 1961 in New Plymouth/Neuseeland. Mit 25 (mit Stephen Sinclair) weltweiter Theatererfolg ›Ladies Night‹, in der unautorisierten Filmadaption (›The Full Monty‹/›Ganz oder gar nicht‹) eine der weltweit erfolgreichsten Filmkomödien. Seine vier ersten Romane bei Diogenes, ›Superhero‹ (2007), ›Englischer Harem‹ (2008), ›Hand aufs Herz‹ (2009) und ›Liebe am Ende der Welt‹ (2011), waren alle große Kritiker- und Publikumserfolge. Die Verfilmung von ›Superhero‹ durch Ian FitzGibbon (nach einem Drehbuch von Anthony McCarten) mit Andy Serkis, Thomas Brodie-Sangster, Jessica Schwarz, Michael McElhatton und Sharon Horgan gelangt am 12. Juli 2012 in die Kinos.

 

 


(Interview: Autor Anthony McCarten über sein aktuelles Buch «Superhero», Quelle: www.booksection.de)

 

PRESSESTIMMEN

« Während seine Eltern und Ärzte versuchen, sein Leben zu retten, überlegt sich Don (Gian Leander Bättig) verzweifelt, wie er seinen letzten Wunsch realisieren kann. Auf keinen Fall möchte er als Jungfrau sterben. Mit Herzdame Shelly scheint es nicht so richtig zu klappen, sein Bruder offeriert unbrauchbare Anmachtipps, und sein Therapeut ist komplett nutzlos. Zeit für «Miracle Man». Don erfindet und zeichnet den unverwundbaren, unsterblichen Comic- Superhelden und flüchtet sich in seine Fantasiewelt. Am Freitagabend feierte die Produktion «Superhero» (in einer Zusammenarbeit zwischen dem Luzerner Theater und dem Voralpentheater Luzern) im Theater Pavillon Luzern Premiere. Regisseur Samuel Zumbühl und Theaterpädagogin Andrea Schläfli bringen eine gekürzte Adaption von Anthony McCartens Roman als erfrischend unpädagogisches Drama über das Leben und Sterben zum ersten Mal auf eine Schweizer Bühne.
Die Regie verarbeitet die Mischung aus Schauspieltext, Filmscript und Comicsprache in eine beeindruckend vielschichtige Aufführung. Inmitten eines Bühnenbilds (Sabine Jaschke), das aus lediglich sechs weissen Kasten besteht, spielen acht jugendliche Laienschauspieler unerwartet professionell ihre wechselnden Rollen. Dabei steht Dons brodelnde Wut über die Ungerechtigkeit seiner Krankheit in kontinuierlichem Wechselspiel zu seinem bitteren Humor – überzeugend und authentisch umgesetzt von dem erst 18-jährigen Gian Leander Bättig.
Geht es in die Comicwelt, bewegen die Schauspieler lediglich ihre Lippen. Von beiden Bühnenseiten aus leihen die übrigen Darsteller Miracle Man und Co. ihre Stimmen. Durch Mikrofone sprechen sie mal überspitzt quietschig, mal tief dramatisch. Diese Episoden heitern auf und bieten einen erfrischenden Kontrast zum ernsthaften Inhalt. Im Gegensatz zu Dons Geschichte in Schweizerdeutsch wird in Miracle Mans Welt nur Hochdeutsch gesprochen. Die Mischung der Sprachen, durchsetzt mit englischen Kraftausdrücken, macht die Inszenierung noch lebendiger. Doch bei aller Lebhaftigkeit und Intensität der Performance: Bei «Super­hero» gibts kein Happy End – shit. Dafür schafft sich Don sein eigenes, wenn nicht grösseres Wunder; er erkennt, was im Leben wirklich zählt.»
Neue  Neue Luzerner Zeitung, 29.4.2012