Spielzeit 17/18

Ein rosarotes Spielzeitheft 17/18 – nicht, dass wir nur noch auf rosaroten Wolken schweben, aber Sie, unser Publikum, sind gekommen, haben uns besucht und unseren Neustart auf eine Weise mitgetragen, die selbst uns über­ rascht hat! Sie sind uns in neue Räume gefolgt, waren neugierig und gerade die anspruchs­vollen Produktionen haben Ihren Zuspruch gefunden. Dafür danken wir Ihnen!

In der kommenden Spielzeit konzentrieren wir uns auf den «Theaterplatz» und haben ihn zu unserem Motto erklärt: Hier, am Theater­platz, sind wir glücklich, haben begonnen, uns einzurichten, spannen von der Bühne über die «Box», das «UG», die Jesuitenkirche und den Jesuitenplatz vorsichtig unsere Netze aus. Netze mit und zu unseren Kulturpartner­innen und Kulturpartnern und zu unserem Publikum – weit in die Zentralschweiz hinaus!

Wie in der Spielzeit 16/17 wagen wir uns vor: in neue, vergemeinschaftende Räume, und nach wie vor teilen wir das Theaterjahr in festivalhafte Blöcke ein. Sie heissen in diesem Jahr «Auftakt», «Zuhause», «Globe», «Kontakte» und «Unter freiem Himmel». Nach wie vor spielen wir bestimmte Produk­tionen en bloc, das heisst nur innerhalb von kurzen Zeiträumen. Und nach wie vor sehen wir uns am Theaterplatz nicht allein, sondern arbeiten kooperativ, wollen die verschiedenen Szenen, Theaterformen, Generationen und Publikumsschichten miteinander vernetzen, damit Neues entsteht.

Am Beginn unserer Spielzeit steht ein gemeinsames Format vom Musikzentrum Sedel, vom Südpol Luzern und vom Luzerner Theater – die drei Partner und Luzerner Bands werden kleine Musiktheaterformate im Rahmen der «Open Box» zusammen entwickeln. Münden wird die Spielzeit in einer grossen Gemeinschaftsproduktion zwischen dem Luzerner Theater und den Freilichtspielen Luzern auf Tribschen: einem «Luzerner Jedermann» auf dem Jesuitenplatz. Luzern ist eine Musik­ und eine Theaterstadt – aber auch viel mehr:
Eine riesige Regionaltheaterszene mit unend­ lich vielen Innerschweizer Theatervereinen steht auf der Liste der lebendigen Traditionen der Schweiz und gehört seit Kurzem zum immateriellen Kulturerbe der Unesco. Unser «Luzerner Jedermann» wird durch die Beteiligung von vielen Laienspielerinnen und Laienspielern aus der Innerschweiz eine Hommage an diese Luzerner Tradition und sein Freilichttheater sein. Denn in ihr liegen auch die Wurzeln unseres Hauses und seiner Geschichte.

Wir haben es inzwischen schon vermisst (Sie auch?): das «Globe». Es kommt wieder. Und dieses Mal «originalgetreu» mit Shakespeare und seinem «Sommernachts­ traum». Bruno Cathomas wird inszenieren. An die «Box», hingegen, durften wir uns aufs Schönste gewöhnen: Sie ist als städti­scher Versammlungsort nicht mehr wegzu­denken und wird in wetterbeständigen Zeiten wieder all ihre Türen zum Theaterplatz hin öffnen.

Etwas ist neu: Im «UG» wird eine Jungintendanz entstehen, die eigene Programme produziert und regelmässig zeigt. Ein solch offener, von Jugendlichen selbstverwalteter Raum existiert in Luzern noch nicht, und wir sind gespannt, was dort entstehen wird.

Und hier bei uns am Theaterplatz können Sie noch mehr Einblicke gewinnen, öfter als bisher Proben besuchen, bei Vorstellungen im Orchestergraben sitzen, hinter unsere Türen und durch unsere Schlüssellöcher schauen: «Prozessbegleitung» heisst dieses Format, mit dem wir viele von Ihnen erreichen möchten. Der Startschuss fällt bei «Le Grand Macabre», wo Musikdirektor Clemens Heil zeigt, wie aus vielen Noten Musik wird. Für diese Produktion konnten wir Regiestar Herbert Fritsch verpflichten.

«Die schwarze Spinne» erzählt aus dem Emmental, ein (kantonales) Schuldenprojekt trägt den Titel «Die schwarze Null», ein Tanzabend von «Tanz Luzerner Theater» wird «Hinter (Luzerner) Türen» schauen, Luzerner «Väter» werden die Bühne erobern, für eine musikalische Installation zu Schumanns «Faust­Szenen» gründen wir einen grossen Zentralschweizer Projekt­ chor, und bei «Hauskonzerte on Demand» werden die Opernsängerinnen und ­sänger zu Ihnen in Ihr Zuhause kommen.

Hier auf dem Theaterplatz mitten in Luzern, mitten im Kanton, in der Mitte der Zentralschweiz, schlägt unser Herz. Hier, am Platz, wo das Theaterschaffen in Luzern begann, würden wir gerne bleiben – auch in Zukunft. Und was den Prozess rund um ein neues Theater angeht, sind wir guter Hoffnung, und glauben daran, dass ein Traum bald Wirklichkeit wird. Denn: Wir alle zusammen sind der Theaterplatz Luzern!

Wir freuen uns auf Sie
Ihr

Unterschrift Benedikt von Peter

 

 

 

Benedikt von Peter
und das Leitungsteam des LT

(Intendant Benedikt von Peter und die Präsidentin der Stiftung Luzerner Theater Birgit Aufterbeck Sieber auf dem Theaterplatz Luzern umgeben von unserem Ensemble)

Auftakt

Im Auftakt stecken Rätsel und Versprechungen. In der Musik gibt er den Rhythmus all dessen vor, was folgt. Und dass jedem Anfang auch ein Zauber innewohnt, mag eine Binsenweisheit sein, aber eine, an der wir auch in unserer zweiten Spielzeit festhalten wollen. Und so ist allerhand Magisches anzutreffen: Geballte Opulenz und Spiel, grosse Gefühle, Tanz, Gesang, Musiktheaterexperimente, Klassiker der Moderne, Archaik und Zeitgenossenschaft sind zu erwarten. Ein buntes Treiben, wenn der grosse Makaber und der grosse Gatsby, die tragische Traviata, Gotthelfs schwarze Spinne und die Anithelden aus den Reportagen des Hitzkirchners Erwin Koch, die Tanzkompagnie und der Choreograph Georg Reischl, unsere Ensembles und sechs Luzerner Bands und Formationen den Theaterplatz bevölkern. Und wie im Auftakt der Musik kann man auch in diesem Beginn viel über den Beat der kommenden Spielzeit heraushören. Hören Sie gut hin!

Globe

23.02. - 11.03.17

Unter freiem Himmel

25.05. - 24.06.17