Venus and Adonis

UG

Venus and Adonis

Masque in einem Prolog und drei Akten von John Blow
Text nach Ovid
In englischer Sprache
Koproduktion mit der Hochschule Luzern – Musik
Premiere: 18. Februar 2016

Während das europäische Festland im 17. Jahrhundert dem barocken Kunstrausch frönte, blieben die Engländer vernünftig konzentriert auf das Wesentliche. Davon zeugen schon ihre ersten Versuche auf dem Gebiet des Musiktheaters. Ob «Dido and Aeneas» von Henry Purcell oder «Venus and Adonis» von John Blow – in knapp einer Stunde ziehen grosse Liebestragödien im Kammerformat über die Bühne. Mit wenig Worten und kurzen Arien zeigt sich knapp und bündig der erschütternde Wechsel von höchstem Glück zu tiefstem Leid.

Venus und Adonis haben sich gefunden. Froh ineinander verliebt, geniessen sie den Einklang mit der Natur – bis eine Jagdgesellschaft herankommt. Adonis möchte den zeitlosen Zustand seiner Seligkeit nicht aufgeben, aber Venus drängt ihn zum Abenteuer. Während seiner Abwesenheit gedenkt sie selbstzufrieden der Macht ihrer Reize. Dann aber überkommen sie unheilvolle Ahnungen …

Der Tradition der englischen Masque entsprechend, enthält die Partitur von John Blow neben Ariosi und Arien auch prominente Chor- und Tanzszenen, die der Pastorale ebenso dienen wie der Tragödie. Die Hauptfiguren bestehen in dem eigentlichen Paar und in der von Cupido personifizierten Liebe, während Hirten und Jäger eine Hintergrundgesellschaft abbilden. Die Entstehungsumstände des Werks, das vermutlich zwischen 1680 und 1687 «for the entertainment of the King» erstmals zur Aufführung kam, liegen im Dunkeln. Fest steht indes, dass es sich dabei um einen der ersten Versuche auf dem Gebiet der englischsprachigen Oper handelt.

Vorstellungsdauer: 1 Stunde

Empfohlen ab 14 Jahren

 

PRESSESTIMMEN

Sicher im Ton und differenziert im Gestus beleben Hottiger und Heusser ihre Figuren. Die Intimität, mit der sie den Dialog im ersten Akt gestalten, kompensiert, was im Szenischen noch etwas unausgereift erscheint. Mit dem von Liebesleid gezeichneten Dialog im letzten Akt schaffen die beiden mit leicht angerauter Stimme ein düsteres Gegenstück zum Beginn Auch Simone Felber als Cupido erfreut mit farbenreicher Stimme und einer fein geführten szenischen Darstellung. Die Mitglieder des Chores aus Hirten, Jägern, Eroten und Grazien agieren in ihren kurzen Solo-Einsätzen erfrischend individuell. Ganz hinten in dem langgezogenen Raum musiziert das Kammerensemble der Hochschule Luzern unter der Leitung von Johannes Strobl lebendig und präzis.

Neue Zürcher Zeitung, 20. Februar 2016

 

Eine Opern-Premiere im UG des Luzerner Theaters? Da werden allzu hohe Erwartungen allein schon durch die trockene Akustik gedämpft. Zudem erwiesen sich hier Gemeinschaftsprojekte mit der Musikhochschule Luzern wiederholt als Wundertüte. (...) Aber Wundertüten sind eben manchmal wirklich Wunder-Tüten. Und so zauberte und wirbelte die aktuelle Produktion alle Skepsis im Nu hinweg. Ja, sie war, alles zusammengenommen, die hinreissendste Opernpremiere der letzten Jahre im UG. Und mitunter so ausdrucksstark und präzis wie ein Stich ins Herz.

Neue Luzerner Zeitung, 20. Februar 2016

 

Mit freundlicher Unterstützung der Edwin Fischer-Stiftung und der Gemeinnützigen Gesellschaft der Stadt Luzern