La Perichole

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Festzelt im Stadthauspark

La Perichole

Operette von Jacques Offenbach
Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy
In deutscher Sprache
Premiere: 03. September 2011

«Enrichissez-vous»/«bereichert euch», ruft der Bürgerkönig Louis Philippe der Pariser Bevölkerung zu. Es ist die Mitte des 19. Jahrhunderts. An der Börse werden riesige Vermögen verzockt, Spekulanten verschleudern Unsummen und reissen ganze Banken mit sich in den Abgrund: Eine Zeit des ungebremsten Kapitalismus, die Paris zur Welthauptstadt der Finanzen und der hemmungslosen Vergnügungssucht macht. Und Jacques Offenbach komponiert die Musik dazu. Er schreibt – subversiv und mit dem unbedingten Anspruch zu unterhalten – über eine masslose Spassgesellschaft, über ihre Sehnsüchte und über ihre Gier.

Offenbachs Operette «La Périchole» spielt im Königreich Peru. Die Bevölkerung der Hauptstadt Lima feiert den Namenstag des Vizekönigs froh und ausgelassen – so zumindest scheint es. In Wahrheit ist das verarmte Volk zornig und verzweifelt. Mit viel Mühe und viel Freibier müssen die Untertanen zum Amüsement gezwungen werden, wann immer Don Andrès, der Herrscher, sich inkognito unter das Volk mischt. Doch auf Dauer lässt sich die düstere Stimmung nicht verbergen: Als die Strassensängerin Périchole auf dem Fest erscheint und ihrem Unmut freien Lauf lässt, beginnt die heitere Fassade zu bröckeln – und Don Andrès, betört von so viel Realität, beschliesst die schöne Querulantin zu erobern …

Zur Eröffnung der Spielzeit präsentiert die Schauspielsparte des Luzerner Theaters eine der bekanntesten «Offenbachiaden» inmitten der Stadt. Singende Schauspielerinnen und Schauspieler bringen die Geschichte der «Périchole» in einer modifizierten musikalischen Fassung im Stadthauspark zur Aufführung. Offenbach im «Operettenzelt»!

PRESSESTIMMEN

«Im ganzen Zelt im Stadthauspark dominierten Stoffbahnen in Rot-Gelb-Weiss-Schwarz und Grün. Der Rahmen schien zusammen mit den Kostümen (Sabin Fleck) wie geschaffen für ein farbiges und knalliges Treiben, das man gerne mit Offenbach verbindet. (...) Auch das Publikum jedenfalls sollte einstimmen in das vom Violinsolo (vorzüglich: Judith Müller) angestimmte Lied «0 welch ein Glück, dass es den Vizekönig gibt» und teilnehmen am Geburtsfest für den Alleinherrscher, der sich inkognito unter seine Untertanen mischt und nach einem hübschen, jungen Mädchen Ausschau hält.(...) Am ehesten über stimmliches Potenzial verfügte Jörg Dathe als Don Andres de Ribeira, Vizekönig von Peru, und sein Gesangsvortrag verband sich mit der Darstellung wirklich zu einer Figur von Offenbachs Gnaden mit all ihren bizarren Widersprüchen. Bald weinerlich, bald grosssprecherisch, grausam und lüstern, bald grosszügig und gnädig spannte er den Bogen von Beginn an über den zweiten und dritten Akt hinweg. Hier kam das Geschehen stärker in Fahrt und erklomm in der Gefängnisszene mit dem alten Gefangenen (Christoph Künzler) einen echten Höhepunkt, bevor die erzwungene Zusammenführung des Strassensängerpaars, das sich nochmals seine Liebe gesteht, den Abend menschlich berührend beendet. Auch das Premierenpublikum kam nun aus sich heraus und klatschte begeistert.»  
Neue Luzerner Zeitung, 5.09.2011