Invasion!

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Invasion!

Theaterstück von Jonas Hassen Khemiri
Schweizer Erstaufführung
Wiederaufnahme 11. September 2011

Jonas Hassen Khemiri setzt sich in «Invasion!» auf spielerische und vielschichtige Weise mit dem Thema der kulturellen und sprachlichen Identität, dem Bild vom Fremden und Anderen und der Kraft von modernen Mythen auseinander. Er nutzt unterschiedlichste Stilformen und Bühnensituationen, um ein Kaleidoskop entstehen zu lassen, das den differenzierten Blickwinkeln auf die facettenreichen Themen Migrationspolitik und Terrorangst entspricht.

Ein Name steht am Anfang und im Zentrum des Stückes: Abulkasem. Während eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von der Bedrohlichkeit des Abulkasem überzeugt ist und ihn durch ihre Beschreibung und Beobachtung einzukreisen versucht, wandert der Name fast zufällig durch verschiedene Milieus und Lebensgeschichten. Immer dient er der Selbstbehauptung, wandelt sich durch denjenigen, der ihn gerade im Munde führt und verwandelt umgekehrt seinen Sprecher. Am Ende hat der Name im wahrsten Sinne des Wortes die Runde gemacht, er dient einem illegalen Einwanderer als Identität und gelangt auf anrührende und überraschende Weise zurück zu seinem Autor.

Jonas Hassen Khemiri, geboren 1978 in Stockholm, wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Für sein Romandebüt «Das Kamel ohne Höcker» erhielt er den renommierten Borås-Tidnings-Debütpreis und den Preis für das erfolgreichste schwedische Taschenbuch des Jahres. 2006 wurde er mit dem Per-Olov-Enquist- Preis geehrt. Khemiri nahm 2007 an der International Residency des Royal Court Theatre in London teil und lebt derzeit in Berlin. «Invasion!» ist sein Debüt als Dramatiker und wurde bereits vor ausverkauften Häusern auf internationalen Festivals präsentiert.

Zum 10. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 wird das Stück noch einmal in den Spielplan des Luzerner Theaters aufgenommen.

PRESSESTIMMEN

«Ein Theatererlebnis, das eine breite Palette von Empfindungen und Eindrücken bedient, beginnt. Mal ist man peinlich berührt, oder gar etwas genervt, wie als zwei Migranten wahllos Leute aus dem Publikum ansprechen, anmachen oder beleidigen. (...) Die Veranstaltung war ausverkauft. Dies prophezeihe ich auch für die restlichen. (...) «Invasion! ist ein dramatisches Euphorikum, das man sich reinhauen sollte!»
www.kulturteil.ch, 20.5.2011

«Das Luzerner Theater wartet mit einem neuen, grossartigen Stück zur Integrationsdebatte auf. ‹Invasion› ist ein genialer Theaterabend. (...) Knapp 90 Minuten beste Unterhaltung, Spannung, Sprachwitz aber auch Tiefgang, Verzweiflung und Empörung machen ‹Invasion› zu einem der gegenwärtig knackigsten Theaterabende zwischen Bellinzona und Basel.»
«Die Erzählstränge verlaufen raffiniert, werden übereinander gelegt, ineinander verflochten und prallen doch immer wieder aufeinander. Intensiv! Hervorragende Schauspieler bieten ein hervorragendes Stück. Insbesondere Daniela Britt könnte man gut und gerne noch zwei weitere Stunden zusehen und zuhören. Aber auch die drei ‹Jungs› Nicolas Batthyany, Hans-Caspar Gattiker und Hajo Tuschy treiben ‹Invasion› mit ihrer Schauspielkunst gekonnt voran. (...) Theater in seiner Bestform!»
art-tv, 20.5.2011

«Darsteller rauschen rasant durch lose verwobene Szenen. Leitmotiv und Leerstelle ist ein arabischer Name: Abulkasem.»
«Und wenn dann der bravouröse Hajo Tuschy als Prolet im pinkfarbenen Pornohemd eine «Söder-Frau» anbaggert, eine Studentin aus dem trendigen Stadtteil Södermalm, dann ist das «koma Abulkasem».»
Basler Zeitung, 20.5.2011

«Sein Stück «Invasion!» handelt von entgleitenden Identitäten, von der Konfrontation des Fremden mit dem Eigenen, konfrontiert mit Klischees und Vorurteilen. Es zeigt die alltägliche Geburt von Paranoia und die Arroganz der Selbstbehauptung. (...) Der polnische Regisseur Krzysztof Minkowski (30) hat das Stück auf der Bühne von Konrad Schaller und in den Kostümen von Birgit Künzler als fulminant witziges Spiel mit falschem Sein und wahrem Schein inszeniert. (...) Die vier Schauspieler, allen voran die hinreissende Daniela Britt, glänzen in wechselnden Rollen und verblüffen mit bodenlos witzigen Spiegelfechtereien zwischen Täuschung und Entdeckung. Sie zielen aufs Publikum und werfen mit Schimpfwörtern um sich, dass es keine Art hat: Dieser bedrängende Spass ist ein böser Kampf, die Moral des Lehrstücks ist das Erschrecken.»
Neue Luzerner Zeitung, 20.5.2011

«Die Gratwanderung zwischen Satire und Drama gelingt, nicht zuletzt dank der hervorragenden Leistung der Schauspieler des Luzerner Theaters. Nur zu viert teilen sie sich die verschiedenen Rollen, hüpfen leicht und überzeugend von der einen zur anderen Figur. Die Inszenierung des Gastregisseurs Krzysztof Minkowski ist bescheiden gehalten und gerade deswegen stark. Sie lässt dem Stück und den Schauspielern allen Platz, sich zu entfalten.»
DRS 1, Regionaljournal Zentralschweiz, 19.5.2011

«Europa und den Off-Broadway hat Jonas Hassen Khemiris «Invasion!» schon erobert, nun ist das Stück am Mittwoch im Theater Luzern zur Schweizer Erstaufführung gelangt: eine raffiniert-witzige Farce über Terror-Paranoia und die Gruppendynamik unter jungen Immigranten.»
«Nach dieser munteren, hochkomischen Szene, schliesst ein trauriger Monolog über Mustafas weiteres Schicksal den Abend ab. Allein schon mit dieser Überführung der Stimmung von übermütig in nachdenklich beweist der schwedisch-tunesische Autor sein gutes Gespür für dramatischen Rhythmus.»
SDA, 19.5.2011

«Dramatiker Jonas Hassen Khemiri aus Stockholm ist Sohn einer schwedischen Mutter und eines tunesischen Vaters. In seinem Stück «Invasion!» mixt er virtuos die Erfahrungen eines Jugendlichen mit Migrationshintergrund mit den gängigen Klischees die über den Islam, Kopftücher, Parabolantennen und terroristische Einheiten kursieren. Dabei nimmt Khemiri nicht nur sich selbst und die Absichten integrationswilliger Gesellschaften auf die Schippe, sondern auch das Theater selbst. (...) «Invasion!» ist ein scharfsinniger, abgründiger Text. In den Dialogen knallig und plakativ entwickelt Khemiris Sprache fast eine lyrische Wucht. Davor scheint man am Luzerner Theater fast gut gelaunt zu kapitulieren. Krzysztof Minkowskis Inszenierung bietet viel Schabernack und Secondo-Slang à discretion.»
DRS 2, aktuell, 19.5.2011