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Luzerner Theater

Der nackte Wahnsinn

Komödie von Michael Frayn
Deutsch von Ursula Lyn
Premiere: 13. Dezember 2012

Es ist kurz nach Mitternacht und es läuft die Generalprobe der Komödie «Nackte Tatsachen». Die Nerven aller Beteiligten liegen blank, denn auf der Bühne herrscht vor allem das Chaos. Die Schauspieler verpassen ihre Auftritte, sie vergessen ihre Texte, und der Regisseur ist am Rand der Verzweiflung. Der Inspizient und die Regieassistentin versuchen alles, um die Probe in den Griff zu bekommen, aber Türen klemmen oder schliessen nicht, Requisiten sind am falschen Platz, ein Schauspieler wird vermisst ... - und eine Frage zum Inhalt des Ganzen muss auch noch mal gestellt sein dürfen.
Das Stück wird immer mehr zur Nebensache, denn das eigentliche Drama findet neben und hinter der Bühne statt. Private Befindlichkeiten und Neurosen bestimmen die Probe, die zum Ende hin vollends in privaten Kleinkriegen nach diesem ersten Akt endet.
Diesen gibt es dafür anschliessend in weiteren zwei Ausführungen zu erleben: Auf diese chaotische Generalprobe folgt nun eine der Vorstellungen des Stücks nach Wochen und schliesslich der wohl letzte Abend der Tournee, wo inzwischen der nackte Wahnsinn regiert.

«Von hinten ist es komischer als von vorn» dachte der Autor Michael Frayn, als er hinter der Bühne die Aufführung eines seiner Stücke sah. Von diesem Erlebnis inspiriert, schrieb er sein Erfolgsstück über den Zerfall einer Theatertruppe, von den alltäglichen Tragödien hinter den Kulissen. Der besondere Clou: Im zweiten Akt ist die Bühne um 180° gedreht; was dem Zuschauer sonst verborgen bleibt, wird somit gnadenlos offengelegt.

Dieser Theaterabend ist eine grandiose Liebeserklärung an die «Schlangengrube Theater» und an die nunmal so allzumenschlichen Vorgänge hinter dem schönen Schein des Seins. Eine wunderbare Herausforderung für ein geniales Schauspielensemble.

«Alles seit je. Nie was anderes. Immer versucht. Immer gescheitert. Einerlei. Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern.» Samuel Beckett

 

PRESSESTIMMEN

«Das Luzerner Theater hat ein gutes, komödiantisch begabtes Ensemble, das diese Farce so sicher stemmt, dass man ihr sehr gern zusieht. Es ist saukomisch, wie hinter der Bühne der Boulevard aus Eifersucht, Trunksucht und körperlicher Unpässlichkeit noch viel prächtiger schmiert als im Stück, das dieses prekäre Schauspielertrüppchen doch eigentlich professionell abwickeln sollte.»
Tages-Anzeiger, 17.12.2012

«Das Stück verlangt Präzision und lustvolles Engagement der Schauspieler. Die Inszenierung von Schauspielleiter Andreas Herrmann ist voll gelungen und überzeugt durch Tempo und Witz. Der Zuschauer bekommt eine grossartige Komödie zu sehen und darf des Öftern herzhaft lachen. Das ist auch den neun Schauspielern zu verdanken, die ihre nicht leichten Parts souverän meistern. Geschmeidig wechseln sie ihre Rollen vom schauspielernden Schauspieler zum Schauspieler ausserhalb der Rolle. Je mehr sie im Stück die Kontrolle verlieren, umso kontrollierter müssen sie sich an die Choreografie des Chaos halten. Sackstark und umwerfend sind dank präzisem Timing die Slapsticks. Professionalität bis ins letzte Detail. ‹Der nackte Wahnsinn› ist die lustvolle Demontage des Theaters, die auch die Vorurteile des Publikums bedient. In der Luzerner Inszenierung wird aber auch deutlich, was Theater leisten kann, wie unmittelbar lebendig Theater ist. Der Schlussapplaus des Premierenpublikums galt letztlich auch dieser Tatsache.»
Neue Luzerner Zeitung, 15.12.2012

«Die Kohlen aus dem Feuer holen dabei die Schauspieler, die eine grossartige Leistung bieten und mit ihrer Darbietung für herzhafte Lacher sorgen.»
Luzerner Runschau, 11.01.2013