Norma

Luzerner Theater

Norma

Melodramma in zwei Akten von Vincenzo Bellini
Text von Felice Romani, nach Alexandre Soumet
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Premiere: 12. März 2016
Information an das Publikum der Vorstellung vom Do. 26. Mai 2016

 

Politik und Privatleben – dieser oft unselige, leider aber unvermeidbare Gegensatz füllt nicht nur heutzutage regelmässig die Schlagzeilen. Seit Jahrhunderten bildet die heikle Verflechtung von öffentlichem Amt und individuellen Interessen die Grundlage für protestierende Bürger und spannende Dramen. Felice Romani verdichtete in seinem Textbuch zu «Norma» dieses Dilemma in einer Titelheldin, die dank einer komplexen Konfliktsituation und facettenreichen Psychologisierung zu den faszinierendsten Frauenfiguren der Operngeschichte zählt.

Eine der Keuschheit verpflichtete Priesterin liebt seit Jahren einen Vertreter der verhassten Besatzungsmacht. Zwei gemeinsame Kinder belegen bereits ihren Verrat an Amt und Vaterland. Sie wahrt den Anschein göttlicher Eingebung, beeinflusst die Politik aber zu Gunsten ihres Geliebten. Dann erfährt sie von dessen Absicht, mit einer anderen, natürlich jüngeren Frau durchzubrennen. Ihre Wut kennt keine Grenzen – und stürzt ihre Familie, ihr Volk und sie selbst in die Katastrophe …

Die Dramaturgie des Belcanto benötigte eine Primadonna in Not. Unter Rückgriff auf eine Tragödie von Alexandre Soumet zeigt der Librettist dementsprechend in seinem Melodramma «Norma» den im Vergleich zu zeitgleichen Werken erstaunlich vielschichtig angelegten Leidensweg einer Frau zu sich selbst. Vincenzo Bellini schuf dazu eine Musik, die Kontraste wirkungsvoll einsetzt, seelische Befindlichkeiten genau ausleuchtet und zugunsten der dramatischen Kohärenz oft auf Konventionserfüllung verzichtet. Die gekonnte Bildung unendlicher, elegisch grundierter Kantilenen aber, seine grösste Begabung, verbindet sich in diesem Werk mit dem zwischen Zorn und Hingabe, Macht und Selbstaufopferung oszillierenden Charakter der Hauptfigur zu einem Höhepunkt in der Ausdruckskunst der italienischen romantischen Oper.

Vorstellungsdauer: 2 ¾ Stunden mit einer Pause

Empfohlen ab 14 Jahren

 

Theatermenu
Stimmen Sie sich kulinarisch auf Ihren Opernabend ein mit einem 3-Gang-Menu im Hotel Schweizerhof Luzern. Es wird serviert:

Hausmarinierter Lachs
Mozarella, Avocado, konfierte Tomaten

*****

Kalbspaillard
Risotto, Spargel

*****

Erdbeer-Rhabarber Tiramisu

Preis Theatermenu: CHF 75

Sie können das Menu ganz einfach zusammen mit Ihren Theaterkarten reservieren (rechts einen Termin auswählen und «Reservieren»). Zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn ist Ihr Tisch reserviert.

PRESSESTIMMEN

«Norma» am Luzerner Theater ist eine packende Oper. Nicht zuletzt darum, weil die Produktion der Versuchung widersteht, die Inszenierung zu überladen. Sie vertraut ganz auf die starken Stimmen der Gesangssolistinnen und Gesangssolisten, die über diesen ganzen Opernabend einen Bogen zu spannen wissen.

Radio SRF1, Regionaljournal, 13. März 2016

 

Was für ein Anfang! Die Menschen brauchen nicht so sehr einen Gott, sondern Wunder, raunt es aus Lautsprechern im Publikumsraum. Und davon künden auf der Leinwand, die als Bühnenvorhang dient, auch die unzähligen schwarzen Vögel, die im Schattenriss ausschwärmen und schliesslich den ganzen Himmel verdunkeln. (...) Dennoch bringt der Abend den emotionalen Zündstoff zum Lodern in dieser Dreiecksgeschichte um einen Mann, der die Mutter seiner Kinder für eine junge Geliebte verlässt. Denn diese bis in Nebenrollen ansprechend besetzte «Norma» ist vor allem das, was man von einer Belcanto-Oper zuerst erwartet: ein Sängerfest.

Neue Luzerner Zeitung, 14. März 2016

 

Ein Stadttheater kann zum Ideal des Belcanto immer nur unterwegs sein. Das Luzerner Theater und sein Ensemble sind sehr sehr weit gekommen. Carlo Jung-Heyk Cho ist ein Heldentenor, der sich auch in lyrischen Tönen sehr gut zurechtfindet. Flurin Caduffs Bass ist durchdringend und ehrfurchtgebietend und doch wohlklingend warm. Marie-Luise Dressen führt ihren Mezzo auch und gerade in der Sopranlage vibratolos schlank, präzise und klangschön. Morenike Fadayomi, der Gast, kommt hörbar aus einem etwas dramatischeren Fach (...). Sie ist dafür eine stimmlich hin und wieder fast schon dämonische Norma.

kulturteil.ch, 13. März 2016

 

Belcanto (Schöngesang) im wahrsten Sinne des Wortes, grossartige Stimmen gepaart mit exzellenten schauspielerischen Leistungen, alles unterstützt von einem adäquaten Bühnenbild inklusive passenden Diaprojektionen. Instrumental wie immer grossartig, das von Howard Arman geleitete Luzerner Sinfonieorchester. (...) Alles überstrahlt natürlich die sehr lange Cavatine «Casta Diva» zu der sich Morenike Fadayomi scheinbar mühelos aufschwang.

Innerschweiz Online, 13. März 2016

 

Immerhin funktioniert die Personenführung, ist bisweilen sogar virtuos: Sehr detailliert, mit vielen Ideen und einer weiten Palette an Aktionsmustern führt Loschky ihre Figuren. Wie zum Beispiel das Finale des ersten Akts in eine veritable Zimmerschlacht ausartet, ist sehenswert, ebenso wie die beiden Kinder Normas sehr lebensecht gezeichnet werden.

Die Südostschweiz, 14. März 2016

 

Was das Luzerner Ensemble kann, zeigt die äusserst sensibel singende (und agierende) Marie-Luise Dressen als – trotz einzelner Schärfen in der Höhe – überragende Adalgisa. Flurin Caduff gibt dem Stammeshäuptling Oroveso herbe Kontur, Howard Arman dirigiert straff und macht mit obertonreich geführten tiefen Streichern etwas von Bellinis eigentümlichem Orchesterklang hörbar.

Opernwelt, Mai 2016

 

Patronat:

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