Kiss Me, Kate

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Luzerner Theater

Kiss Me, Kate

Musical in zwei Akten von Cole Porter
Text von Samuel und Bella Spewack, nach William Shakespeare
In deutscher Sprache
Premiere: 31. Oktober 2013

Eine Frau, die aus der Rolle fällt, kann zu einem Problem werden – nicht nur auf der Bühne, sondern auch in einer Beziehung. Umso lustiger, wenn beides zugleich passiert, dachte sich 1935 der Produzent Arnold Saint-Subber und ent­wickelte zusammen mit dem Ehepaar Spewack und dem Komponisten Cole Porter das 1948 uraufgeführte Musical «Kiss Me, Kate».

Ein seit einiger Zeit geschiedenes Schauspielerehepaar tritt gemeinsam in einer Musical-Version von William Shakespeares Komödie «Der Widerspenstigen Zähmung» auf. Sie als die kratzbürstige Katharina, die auf jeden Mann, auch den frisch angetrauten Gatten, mit Stolz herabblickt – er als der selbstherrliche Petruchio, der vor keinem noch so rabiaten Mittel zurückschreckt, um die junge Braut zur Demut zu zwingen. Während der Vorstellung jedoch kommen zu­nehmend private Gefühle ins Spiel, alte Sehnsüchte schlagen neue Wunden, bis sich hinter den Kulissen bald ein ganz ähnliches Drama abspielt wie auf der Bühne. Dort aber läuft vieles aus dem Ruder …

Mit wenigen raffinierten Kunstgriffen gelang es den Librettisten, eine komplexe Metatheatersituation zu schaffen, die Shakespeares Plot zum einen als Bühnenfiktion und zum anderen als realen Vorgang innerhalb einer Musical-Truppe ausformuliert, wobei sich die beiden Ebenen auf amüsante Weise miteinander verschränken. Cole Porter schrieb dazu geistreiche, zum Teil das altenglische Idiom ironisch aufgreifende Songtexte und setzte sie in einen mitreissenden Swing, dessen Delikatesse und Witz zum Besten des American Songbook gehören.

Vorstellungsdauer: 2 ¾ Stunden mit einer Pause

 

Theatermenu im Hotel Schweizerhof Luzern

Stimmen Sie sich kulinarisch auf die Produktion «Kiss Me, Kate» ein mit einem 3-Gang-Menu im Hotel Schweizerhof Luzern:

Moscatoschaumsuppe mit gebratenen Riesenkrevettenwürfel *** Maispoulet, gefüllt mit Silserli und Moosbeeren, Portweinsauce, Kartoffel-Gratin und Marktgemüse *** Haselnussparfait mit Früchten oder für Vegetarier Moscatoschaumsuppe *** Kartoffelgnocchi mit Edelpilzen, Rahmsauce und Sbrinz *** Haselnussparfait mit Früchten.

Tischreservation 2 Stunden vor Vorstellungsbeginn. CHF 69.- pro Person. Buchen Sie Ihren Restaurantbesuch an unserer Theaterkasse oder online zusammen mit Ihrem Ticket.

 

 

GESPRÄCH

COLE PORTER: «ANOTHER SHOW»

Auf Cole Porter schien lange die Sonne. 1891 als Sohn wohlhabender Eltern geboren, erhält er früh Geigen- und Klavierunterricht, mit zehn Jahren schreibt er erste Kompositionen. In Yale und Harvard studiert er zunächst Jura, doch gilt er bei Kommilitonen und Professoren schon bald als Unterhaltungsgenie. Den Ersten Weltkrieg erlebt Cole Porter als Mitarbeiter bei amerikanischen Hilfsorganisationen in Frankreich. 1918 bleibt er in Paris und nimmt bei Vincent d’Indy an der Schola Cantorum Kompositionsunterricht. Ein Jahr später heiratet er Linda Lee Thomas, mit der er jahrelang Europa bereist mit Wohnaufenthalten in Paris, Venedig und an der Riviera. Sonne überall. 1928 gelingt Cole Porter, mittlerweile nach Amerika zurückgekehrt, der Durchbruch mit dem Musical «Paris». Zahlreiche Erfolge – unter anderem mit Werken wie «Anything goes» – machen ihn zu «America’s Great Sophisticate», ein Kompliment, das sich auf die Raffinesse sowohl seiner Texte als auch ihrer Vertonung bezieht. Dann geschieht das Unglück: Cole Porter stürzt beim Reiten vom Pferd und verletzt sich schwer. Seine Frau verhindert die Amputation beider Beine – stattdessen zahllose Operationen und eine lebenslange Behinderung. Depressionen und Medikamente erschweren die Arbeit an weiteren Musicals, die zum Teil floppen.1948 gelingt Cole Porter der vielleicht grösste Coup: «Kiss Me, Kate» verhilft ihm zu einem spektakulären Come back und gewinnt zwei Tony Awards (Bestes Musical, Beste Originalmusik). Es folgen Hits wie «Can-Can» (1953), «Silk Stockings» (1954) und «High Society» (1956). 1958 jedoch erweist sich ein Bein als unrettbar verloren. Nach der Amputation setzen ihm Depressionen und zunehmend Alkoholprobleme zu. 1964 kommt der Tod. Die Songs aber sind in den Interpretationen von Billie Holiday, Ella Fitzgerald und Sarah Vaughan schon da unsterblich geworden.

 

PRESSESTIMMEN

Nun sorgte Dominique Mentha, der Direktor des Luzerner Theaters, an seinem Haus für eine in sich stimmige Produktion, die mit einigen Überraschungen aufwartete, erfreulicherweise nicht in Richtung Operette driftete und für die Kinsun Chan eine mitreissende Choreografie beisteuerte. Gespielt wurde die Neufassung von Peter Lund, auf den Einbau von Helvetismen verzichtet.

(musicals, April 2014)

 

Wenn sich nach der Pause der Vorhang teilt und Marie-Luise Dressen im androgynen Variet-Kostüm aus der Dunkelheit herausgeleuchtet, ja geschnitten wird, ist Showtime angesagt. Dressen singt den durch Ella Fitzgerald berühmt gewordenen Song «Too Darn Hot» mit einer Opernstimme im Jazz-Fieber, den nötigen Sex-Appeal mit eingeschlossen. Das von Florian Pestell geleitete Luzerner Sinfonieorchester, das mit Big-Band-Sounds, Italianità und Operettenschmelz den Abend entscheidend mitprägt, mischt knackige Off-Beats mit schlurfendem Balladengroove. Und das Tanz-Ensemble des Theaters setzt in der hoch inspirierten Choreografie von Kinsun Chan beides virtuos um. Eckige Bewegungsmotorik und laszives Dahingleiten: Höhepunkt ist die Szene, in der die weiss aus der Dunkelheit herausgeleuchteten Hände, die sich von beiden Seiten vor einem Körper kreuzen, diesen beim Zurückweichen auseinanderzureissen drohen.

(Neue Luzerner Zeitung, 2. November 2013)

 

Die Gesangssolistinnen und –solisten zeigen eine sehr gute Leistung. Alle Charaktere bekommen klare Konturen, von der kratzbürstigen Musical-Diva über den selbstverliebten Regisseur bis zum hitzköpfigen Jungschauspieler. Das Gesangsensemble läuft immer dann zur Höchstform auf, wenn es als Musical-Truppe, welche ein Theater im Theater spielt, so richtig übertreiben darf. (…) Die Inszenierung des Luzerner Theaters setzt bei «Kiss Me, Kate» nicht auf ein opulentes Musical-Brimborium sondern kommt sehr schlicht daher. Auf einem grossen Gerüst wird gezeigt, was hinter der Bühne in der Garderobe der Musical-Truppe passiert. Auf der Bühne selber stehen schüttere Kulissen die den Eindruck vermitteln, als hätte die Musical-Truppe sie selber basteln müssen. Die Idee, «Kiss Me, Kate» so zu inszenieren, ist spannend. Es wird gezeigt, dass die Theaterwelt überhaupt nicht so glamourös ist, wie die grossen Broadway Produktionen vermuten lassen.

(Radio SRF1, 1. November 2013)

 

(…) Und dann lässt er nach der Pause Marie-Luise Dressen den Hit «Too Darn Hot» als heisse Nachtclubsängerin hinlegen als sei sie die Reinkarnation von Ella Fitzgerald. Madelaine Wibom macht als Vocal Background im Glitzerkleidchen nicht minder gute Figur, und Todd Boyce darf so richtig nach Herzenslust seine offensichtliche Ader zum American Showbiz ausleben. Aber es kam noch besser: Gleich anschliessend zeigten die sechs Tänzer und Tänzerinnen des Luzerner Theaters in einer fulminanten Choreografie von Kinsun Chan ihre athletischen Fähigkeiten. Und Paul, der farblose Inspizient, den alle nur «Paps» nennen, entpuppt sich als brillanter Steptänzer.

(Musik & Theater, Dezember 2013)

 

Insgesamt ist die Luzerner Produktion durchaus sympathisch gelungen. Sie hat Farbe, Tempo und Ideen, sie kostet die Möglichkeiten des Stücks mit Spielwitz und Gags aus, sie spielt handwerklich gekonnt mit den darin angelegten Vermischungen von realer Handlung und dem Theaterstück, das diese Truppe im heissen Juni in Baltimore aufführen will. Dahin hat es Shakespeares Komödie im Musical nämlich verschlagen. Die Autoren Bella und Samuel Spewack erfanden eine neue Rahmenhandlung mit Liebesverwirrungen unter den Hauptdarstellern, die zudem die lokale Mafia auf den Plan ruft und komödiengerecht für Intrigen, Missverständnisse und pikante Situationen sorgt, in die eingebettet auch noch Shakespeares «Taming of the Shrew» als heruntergekommenes Tingeltangel-Theater stattfinden soll.

(Die Südostschweiz, 4. November 2013)

 

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