Fruchtbare co-opera-tion

Studierende der Hochschule Luzern beschreiben den Entwicklungsprozess zur «Marienvesper»

von Fabia Burkard und Kim Pham

OPUS CO-OPERA – unter diesem Titel stand das Herbstsemester 2016 für uns Textil- und Objektdesign- studierende im 3. Studienjahr der Hochschule Luzern – Design & Kunst. Erstmals wird eine Inszenierung des Luzerner Theaters nicht nur von ausgewiesenen Fachleuten, sondern auch von Design-Studierenden mit Ideen für Kostüm und Bühnenelemente unterstützt. Das Ergebnis dieser einmaligen Kooperation wird ab dem 03. April in der Jesuitenkirche Luzern bei Claudio Monteverdis «Marienvesper» zu sehen sein.

Zuständig für Kostüm- und Bühnenbild ist der Berliner Modedesigner Kostas Murkudis, für die tänzerische Adaption der Marienvesper zeichnet Choreograph Sebastian Matthias verantwortlich. Seine Vision ist eine Begegnung aller Beteiligten – Musikerinnen, Sänger, Tänzerinnen und Publikum – auf gleicher Ebene. Dazu wird über den Kirchenbänken eine Plattform errichtet, welche die Jesuitenkirche aus neuer Perspektive erlebbar macht.

Wir Studierende waren Impulsgeber für Kostüm und Bühne und entwickelten in einer Entwurfs- sowie einer Umsetzungsphase von jeweils sechs Wochen unter der Leitung der Dozierenden Andreas Saxer, Franziska Born und Marion Becella verschiedene Bühnenwelten. Aus der entstandenen Fülle an Konzepten, Materialien und Objekten wurden einige Projekte von Kostas Murkudis zur vertieften Weiterbearbeitung ausgewählt.

Während für uns Studierende der Grossteil des Projektes mit der Ideen- und Entwurfsarbeit bereits abgeschlossen ist, laufen die Vorbereitungen seitens des Luzerner Theaters für Kostüm und Bühnenelemente auf Hochtouren. Am 31. Januar 2017 fand im Südpol die Bauprobe statt. Sie ermöglichte, Bestandteile der Bühne und verwendete Materialien im 1:1-Verhältnis zu testen und Fragen bezüglich der Umsetzung zu klären. Als besonders wichtig erwiesen sich die Tests der Bühnenelemente mit sitzendem und stehendem Testpublikum, um die Platzverhältnisse in der Jesuitenkirche klären und den Ticketvorverkauf dementsprechend regulieren zu können. Vom beteiligten Orchester „Les Passions de l’Ame“ waren Dirigent Olof Boman sowie Musikerinnen anwesend, um sitzende und stehende Anordnungen der Musizierenden zu definieren. Auch die Handhabung der speziellen Notenständer, das Transportieren der Instrumente bei Positionswechseln oder die genauen Masse der Sitzgelegenheiten des Orchesters konnten festgelegt werden. Die Beschichtung der Platten für Bühnenboden und -elemente sorgte ebenfalls für Diskussionen: Es galt, die richtige Struktur zu finden, sowie lautes Klackern beim Begehen mit hohen Schuhen zu vermeiden.

Seit dem Projektstart haben wir Studierenden immer mehr über das Theater und seine ganz eigenen Mechanismen erfahren und gelernt, was es bedeutet, ein Projekt mit verschiedenen Kooperationspartnern in der Realität umzusetzen. Das Wichtigste dabei? Alles verändert sich laufend, nichts ist sicher und bis zur Premiere kann sich immer noch einiges ändern. Wir sind also gespannt, wie sich das Projekt weiterentwickelt und freuen uns schon auf den 3. April!

Weitere Informationen und Eindrücke zur Bauprobe, sowie Einblick in den gesamtem Prozess von OPUS CO-OPERA zeigen wir auf unserer Projektwebsite.

15.02.2017, Luzern