Der unzerbrochene Krug

Alternative Fakten zu Heinrich von Kleist

Alternative Facts about Heinrich von Kleist

Neu im Journal:
Zusammen mit dem Videokünstler David Röthlisberger haben wir drei Clips produziert, die Bestandteil der Inszenierung sind.

 

Neu im Journal:
Zusammen mit dem Videokünstler David Röthlisberger haben wir drei Clips produziert, die Bestandteil der Inszenierung sind.

 

Premiere 16.11.17
Box
  • 50 Minuten ohne Pause

Zum Stück

Informations

Wie entsteht Wahrheit? Ein Richter hält Gerichtstag über sein eigenes Vergehen. Kleists Lustspiel ist ein Klassiker der Literatur. Er stellt das Rechtssystem und Dorfrichter Adam als Instanz der Wahrheitsfindung auf den Prüfstand und entlarvt die Sprache als hochgradig unzuverlässige Mittlerin, die so viel verschleiert, wie sie verrät. Um von seinem nächtlichen Besuch bei Eve abzulenken, drechselt Dorfrichter Adam eloquente Verschleierungen und fabriziert dreiste Unterstellungen. Doch seine Unwahrheiten sind redselig: Da verrät die Lüge mehr, als es ein Geständnis vermag.

Bram Jansen ist bekannt für seine Klassikerbefragungen. Für Luzern hat er sich Kleists Lustspiel «Der zerbrochene Krug» vorgenommen und setzt da an, wo alle einig scheinen: Dorfrichter Adam hat den Krug zerbrochen. Aber auf welcher Grundlage kommt dieses Urteil zustande? Gibt es «die eine Wahrheit» über den Fall? Wo scheidet sich Wissen von Spekulation? Wo füllt die Vorstellungskraft bestehende Informationslücken? Je tiefer man in die Kleistschen Kosmos vordringt, desto verworrener wird die Sachlage, Fakten verändern ihr Aussehen, ihre Bedeutung. Was eben noch perfekt passte, liegt plötzlich zerbrochen vor einem. Beim Versuch die Scherben wieder zu einem Ganzen zu machen, bleiben Bruchkanten und Leerstellen bestehen. Heinrich von Kleist wurde in seinem Leben von vielen Sprach-­ und Wahrheits­krisen gemartert. In unserer medial vermittelten Welt sind wir mit der Frage, ob, «was wir Wahrheit nennen, wahrhaftig Wahrheit ist, oder ob es nur so scheint», nur unwesentlich weiter. Wem trauen, wenn schon die eigenen Augen täuschen? Bram Jansen, der bereits mit «What about Nora?» einen Klassiker für Luzern bearbeitet hat, blickt durch Kleists grüne Brille auf die Rolle der Wahrheit in Zeiten von Kant­-Krise und Fake News.

  • Einführung jeweils 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn

How is the «truth» created? By a judge presiding over his own crimes? Kleist's Comedy is a literary classic, mocking the judicial system and its impersonation, Judge Adam. But even more so, the play exposes language as the unreliable mediator it is, always disguising as much as it is revealing. In order to divert attention from his nightly visit to Eve, Judge Adam creates verbal diffusions and concealments, subtle and obvious. But in spite of all the attempted side-tracking and gas-lighting, his falsehoods are all the more loquacious: Every lie tells more than a confession ever could.

Director Bram Jansen is known for his re-readings of classics. In Lucerne he took on Heinrich von Kleists «The Broken Jug», and starts at the very point everyone seems to agree on: Judge Adam broke the jug. But how did this verdict come about? Does the «one and only truth» in this case even exist? What separates knowledge from speculation? How does one`s imagination fill the gaps in the scattered pieces of information? The deeper one descends into Kleistian spheres, the more tangled assessments of the situation become. Facts change their shape and color, their meaning. What used to fit seamlessly not lies shattered. When you try to mend the pieces, raw edges and gaping cracks remain. All his life, Kleist was tormented by a «crisis of truth», that was also, but not limited to, a «crisis of language». Today in our heavily mediated world, it seems as if we still haven't really answered Kleists central question «whether what we call truth is truly truth or whether it only seems to be so to us». Whom will you trust when your own eyes can deceive you? Bram Jansen, who already re-visited a literary classic with «What About Nora?» last season, looks through Kleists green lenses for us, questioning the role of «the truth» in times of the Kantian crisis and Fake News.

  • Introduction to the work 30 minutes before showtime
DE
EN

 

Besetzung

Produktionsteam

Inszenierung: Bram Jansen Bühne und Kostüme: Sophie Krayer Video: David Röthlisberger Musik: Marcel Babazadeh Dramaturgie: Hannes Oppermann

Infos

Impulsgeber

Der gemeinsame Blick über den Tellerrand! Zu Beginn der Probenzeit holen wir uns eine neue Perspektive zum Thema der jeweiligen Produktion. Bei «Der unzerbrochene Krug» besucht uns Dr. Frank Hänecke. Er ist unter anderem Studienleiter für den Masterstudiengang «New Media Journalism» am MAZ - Schweizer Journalistenschule.

  • Mo 9. Okt, 19.00 Uhr
  • Foyer
  • Eintritt frei

Luzerner Salon

Wieder befragt Regisseur Bram Jansen («What About Nora?») einen Klassiker: Diesmal liefert Kleist die Vorlage für ein Nachdenken über alternative Fakten, Lug, Trug und Manipulation.

Der Luzerner Salon lädt Interessierte zur Diskussion. Mit dem Produktionsteam von «Der unzerbrochene Krug»

  • Sa 21. Okt, 16.00 Uhr
  • Box
  • Eintritt frei

ÖFFENTLICHE PROBE

Der Eintritt zu den öffentlichen Proben ist frei. Bitte melden Sie sich an unter: 041 228 14 14 oder kasse@luzernertheater.ch

  • Di 31. Okt, 19.00 Uhr
  • Südpol, Probenbühne 3
  • Treffpunkt 5 Minuten vor Beginn beim Haupteingang Südpol

Mehr Infos

Dank

Wir danken der Landis & Gyr Stiftung für die Unterstützung dieser Stückentwicklung.

Pressestimmen

«Wer die Wahrheit sucht, ist hier falsch. Wer wissen will, wie die Lüge entsteht, dem wird es in 50 Minuten locker-luftig beigebracht.» nachtkritik

«Inszeniert wird dieser temporeiche, witzige und doch feinfühlige Abend von Bram Jansen.» SRF Regionaljournal

«'Der unzerbrochene Krug' baut in der Regie von Bram Jansen aus Kleists zerbrochenen Krugteilen ('Der zerbrochene Krug') ein Kaleidoskop aus ambivalenten Szenen.» 041 Das Kulturmagazin

«Es ist ein Lehrstück über die Herstellung von Glaubwürdigkeit über Bilder. Kleists Figuren reden, die Schauspieler schweigen in den Szenen, die bei Kleist längst nicht alle so vorkommen. Nur, dass man das kaum noch bemerkt, so grandios wird einem das Gehirn gewaschen.» Luzerner Zeitung

«Regisseur Bram Jansen präsentiert alternative Fakten zu Heinrich von Kleists berühmtem Klassiker und setzt dabei an der richtigen Stelle an.» zentralplus

«Eine heitere Fingerübung über Wahrheit und Lüge, die durch die '#MeToo'-Debatte zusätzliche Aktualität gewinnt.» sda

«Einmal mehr ausgezeichnete Schauspieler/innen» Innerschweiz Online

Spieldaten

Mi 22.11.
20.00
-
20.50

Alternative Fakten zu Heinrich von Kleist
19.30 Uhr Einführung, Treffpunkt Kassenfoyer

CHF 30 / 60
Fr 24.11.
20.00
-
20.50

Alternative Fakten zu Heinrich von Kleist
19.30 Uhr Einführung, Treffpunkt Kassenfoyer

CHF 30 / 60
Do 30.11.
20.00
-
20.50

Alternative Fakten zu Heinrich von Kleist
19.30 Uhr Einführung, Treffpunkt Kassenfoyer

CHF 30 / 60
So 03.12.
15.00
-
15.50

Alternative Fakten zu Heinrich von Kleist
14.30 Uhr Einführung, Treffpunkt Kassenfoyer

CHF 30 / 60
Di 05.12.
20.00
-
20.50

Alternative Fakten zu Heinrich von Kleist
19.30 Uhr Einführung, Treffpunkt Kassenfoyer

CHF 30 / 60
Do 07.12.
20.00
-
20.50

Alternative Fakten zu Heinrich von Kleist
19.30 Uhr Einführung, Treffpunkt Kassenfoyer

CHF 30 / 60
So 10.12.
15.00
-
15.50

Alternative Fakten zu Heinrich von Kleist
14.30 Uhr Einführung, Treffpunkt Kassenfoyer

CHF 30 / 60
Do 14.12.
20.00
-
20.50

Alternative Fakten zu Heinrich von Kleist
19.30 Uhr Einführung, Treffpunkt Kassenfoyer

CHF 30 / 60
Sa 16.12.
20.00
-
20.50

Alternative Fakten zu Heinrich von Kleist
19.30 Uhr Einführung, Treffpunkt Kassenfoyer

CHF 30 / 60
Di 19.12.
20.00

Alternative Fakten zu Heinrich von Kleist
19.30 Uhr Einführung, Treffpunkt Kassenfoyer

CHF 30 / 60
Mi 20.12.
20.00
-
20.50

Alternative Fakten zu Heinrich von Kleist
19.30 Uhr Einführung, Treffpunkt Kassenfoyer

CHF 30 / 60
Fr 22.12.
20.00
-
20.50

Alternative Fakten zu Heinrich von Kleist
19.30 Uhr Einführung, Treffpunkt Kassenfoyer

CHF 30 / 60
Wer ist der Täter? - Fragen zu «Der zerbrochne Krug»