Ansichten einer Reise

UG

Ansichten einer Reise

Musiktheater zum Odysseus-Mythos
Koproduktion mit der Hochschule Luzern – Musik
Uraufführung
Premiere: 18. April 2013

Die «Odyssee» von Homer, nach der «Ilias» im 8. Jahrhundert v. Chr. entstanden, gehört zu den bedeutendsten Mythen der europäischen Kultur. In 24 Büchern besingt der Autor Irrfahrt und Heimkehr des Königs Odysseus. Spannende Abenteuer – wie etwa die Blendung eines Zyklopen, die Gefangenschaft bei einer Zauberin, der Besuch in der Unterwelt und die Begegnung mit Seeungeheuern – finden darin ebenso Platz wie eindringliche Momente, die sich in allgemeinmenschliche Dimensionen weiten: das Nachdenken der Gattin über ewige Treue etwa oder die plötzliche Erkennung zwischen Vater und Sohn sowie die langsame Wiederannäherung der Eheleute nach jahrelanger Trennung.

Im Rahmen der von der Albert Koechlin Stiftung ausgeschriebenen Kulturinitiative «sagenhaft» vergab das Luzerner Theater einen Kompositionsauftrag an junge Studenten der Hochschule Luzern – Musik: Fünf kurze Musiktheaterwerke zum Thema «Odyssee», geschrieben für kleines Instrumentalensemble und wenige Gesangssolisten, sollen Einblicke geben in zeitgenössisches Reflektieren über den Mythos. Das Ergebnis, von Studenten und Ensemblemitgliedern gemeinsam realisiert, wird nach der Uraufführung im UG des Luzerner Theaters auf Reisen innerhalb der Zentralschweiz gehen.

Ausverkaufte und umjubelte Premiere im UG am 18. April!
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PRESSESTIMMEN

«In dieser vorwiegend von Kräften der Hochschule Luzern gestalteten Produktion erhielten fünf Studierende der Kompositionsklasse die Möglichkeit, den Odysseus-Mythos aus eigenem Blickwinkel zu beleuchten. Vielstimmig zwischen Sprechen und Singen setzt Christoph Blum das Warten um und lässt dabei die Protagonisten auch die eigene Bühnensituation reflektieren. Als schon versierter Theatermusiker erweist sich Simon Bühler, der die Beziehung zwischen Odysseus und Athene gekonnt thematisiert. Mehr klangliche Widerhaken und damit Spannungselemente baut Lea Danzeisen in ihre Opernszene ein, die Geräuschhaftes mit Zerbrechlichem verbindet. Effektvoll gestaltet Daniela Achermann Odysseus' Auseinandersetzung mit den von Dritan Kosovrasti schrill eingekleideten Sirenen, während Adrian Kleinlosen eine sehr gestische Musik für zwei Paare komponierte. Zwischen Tobias Flemmings verwinkelten Bühnenelementen und dank dem durchgehend präsenten Ensemblemitglied Flurin Caduff (Bassbariton) gelingt es dem Regisseur Benjamin Schad, einen Bogen über diese zwischen Neoklassizismus und Avantgarde changierenden Fingerübungen zu spannen. Zum Gelingen der einstündigen Produktion tragen die frischen Stimmen von Nuria Richner und Stefanie Erni (Sopran), Stephanie Szanto (Mezzosopran) und Jonathan Prelicz (Bariton) ebenso bei wie das kleine, mit Flöte, Klarinette, Violine, Cello und Klavier besetzte und von Michael Wendeberg geleitete Hochschulensemble. Die Oper, so das Fazit, vermag auch vier Jahrhunderte nach Monteverdi junge Menschen auf vielfältige Weise herauszufordern.»
Neue Zürcher Zeitung, 22.4.2013


«Fünf Musiktheaterstücke von Kompositionsstudenten der Musikhochschule Luzern fügen sie zu ‹Ansichten einer Reise› zusammen, die Episoden aus der Odyssee herausgreifen. Ein starker Auftakt dazu sind Christoph Blums ‹Gegenwarten›. Der Obwaldner fügt Texte von Erica Pedretti oder Michael Ende zusammen zu einer Reflexion über das Warten. Dazu ist hier selbst der Machertyp (‹Odysseus›, an diesem Abend verkörpert durch Theater-Ensemble-Mitglied Flurin Caduff) verurteilt: Sein stammelnder Sprachgesang gibt dem Thema einen konkreten Ort - als Warten auf den Moment, wenn sich der Bühnenvorhang öffnet. Aber die übrigen Darsteller lösen die Szenerie ins Surreale auf. Auch musikalisch montiert Blum die Ebenen collageartig so neben- und übereinander, dass aus Monologen, Bruchstücken bitter-süsser Lamentos und amorphen instrumentalen Klangfeldern eine suggestiv verwobene Klangszenerie entsteht. Ebenso stark ist der Schluss des Abends. Adrian Kleinlosen, der wie Blum bei Dieter Ammann Komposition studiert, arbeitet in ‹Zurück› mit der Parallelmontage zweier Dialoge, die ebenfalls die Fantastik der Vorlage theatral umsetzt. Aber er spitzt sie zum dramatischen Gegensatz zu: Wir sehen zwei Paare, die sich nach langer Zeit wiederfinden - ungläubig gegenüber dem unverhofften Glück das eine, vergeblich Halt suchend in triebhafter Bedrängnis das andere. Erstaunlich, wie Kleinlosens abstrakte Musik zu handfesten Ausdrucksgesten gerinnt. Auch die Dialoge selbst (Text Sabine Rufer) machen das Stück verstörend wie berührend. Weniger persönlich wirken die Stücke dazwischen. Simon Bühlers ‹Floss des Odysseus› (ein Dialog mit der Göttin Athene), Lea Danzeisens ‹Blau› (über das «Warten als Wahnzustand») und Daniela Achermanns Sirenen-‹Delusion› mischen etwas beliebig virtuose Reizmittel mit geräuschhaft-reduzierten Klangszenarien. Aber die Aufführung führt die fünf Stücke zu einem traumwandlerischen Bilder- und Stimmungsbogen aneinander. Möglich macht es das Spiel mit Bühnenelementen, die sich zu einer brüchigen Häuslichkeit zusammenfügen (Inszenierung Benjamin Schad) und die vorzüglichen Leistungen der vielfältig geforderten Instrumentalisten und Sänger der Musikhochschule Luzern. Nuria Richner, Stephanie Szanto und Stefanie Erni (betörend in ekstatischen Sirenengesängen) sowie der Bariton Jonathan Prelicz verbinden sich mit Caduffs vitalem Bassbariton zu einem Ensemble, das den Abend zu einem Vorzeigeprojekt für die Zusammenarbeit zwischen Theater und Musikhochschule machen.»
Neue Luzerner Zeitung, 20.4.2013 

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